Hupac steigert Volumen trotz Infrastrukturproblemen

12.03.2026 10:30 Uhr | Lesezeit: 3 min
Hupac Kombiverkehrsterminal
Kombiverkehrsterminal der Hupac: Trotz Bauarbeiten und Sperrungen steigert der Schweizer Operateur 2025 sein Transportvolumen.
© Foto: Hupac

Die Hupac-Gruppe verzeichnet 2025 ein deutliches Wachstum im Kombinierten Verkehr und behauptet sich trotz massiver Einschränkungen der Schieneninfrastruktur. Besonders die transalpinen Verkehre treiben die Entwicklung – doch 2026 bleibt herausfordernd.

Die Schweizer Hupac-Gruppe konnte sich 2025 in einem anspruchsvollen Marktumfeld überraschend positiv behaupten. Insgesamt wurden im Kombinierten Verkehr Straße/Schiene rund 975.000 Straßensendungen abgewickelt – ein Plus von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit bleibt Hupac einer der führenden europäischen Akteure auf dem TEN‑T‑Korridor Rhine-Alpine, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen für den Güterverkehr, wie das Unternehmen mitteilt.

Steigerungen trotz Vollsperrungen und Umleitungsverkehren

Die europaweit angespannten Bahnkapazitäten – geprägt von Bauarbeiten, temporären Sperrungen und Umleitungsführungen – setzten die Branche 2025 stark unter Druck. Dennoch gelang es Hupac, die transalpinen Transporte durch die Schweiz um 4,5 Prozent zu steigern. Eine Rolle spielte dabei auch die Integration zusätzlicher Verkehre auf der Achse Belgien–Italien.

Parallel dazu legten die alpenquerenden Relationen über Frankreich und Österreich deutlich zu (+26,9 Prozent), wenn auch weiterhin auf niedrigem Niveau. Im nicht-transalpinen Verkehr, also kontinentalen und maritimen Hinterlandverbindungen, wurden knapp 390.000 Sendungen verzeichnet.

Hans-Jörg Bertschi, Präsident des Verwaltungsrates, bewertet die Entwicklung positiv: „Die Mengenentwicklung ist insgesamt erfreulich, insbesondere vor dem Hintergrund grosser Herausforderungen, wie etwa der Vollsperrung der Rheintalstrecke im verkehrsstarken Monat Juni. Die Hupac arbeitet konsequent weiter, um unter diesen Rahmenbedingungen die besten Lösungen für ihre Kunden im Kombinierten Verkehr sicherzustellen“, so Bertschi.

2026 bringt weitere Einschränkungen auf zentralen Korridoren

Auch im laufenden Jahr steht Hupac vor wesentlichen Infrastrukturengpässen. In Deutschland ist im Frühjahr eine zweiwöchige Sperrung der Rheintalbahn angekündigt. In Italien folgt im Sommer die rund fünf Wochen dauernde Blockade der Strecke Iselle–Domodossola. Hinzu kommt der lange geplante Umleitungsbetrieb auf der Relation Troisdorf–Wiesbaden im zweiten Halbjahr.

Um Verspätungen und Kapazitätsverlusten entgegenzuwirken, fordert das Unternehmen verbindliche Rahmenbedingungen für Baustellenphasen:

  • mindestens 90 Prozent der Soll-Kapazitäten auf Umleitungsrouten

  • koordinierte internationale Planung von Bauarbeiten auf TEN‑T‑Korridoren

  • Einhaltung zentraler Produktionsparameter (Profil, Zuglänge, Zuggewicht) auch auf Ausweichstrecken

  • stabile Betriebsqualität durch vorbeugende Instandhaltung und durchgängig besetzte Leitstellen

Im Fokus steht weiterhin die linksrheinische Achse durch Frankreich, deren Ausbau zum 4‑Meter‑Korridor für die Zukunftsfähigkeit des transalpinen Verkehrs entscheidend wäre.

Neue Angebote und Infrastrukturen sollen Verlagerung stärken

Parallel zu den operativen Herausforderungen investiert Hupac in die Robustheit seines Netzwerks. Seit Jahresbeginn laufen die Verbindungen Köln Nord–Busto Arsizio und Ludwigshafen–Busto Arsizio mit deutlich höherer Frequenz.

CEO Michail Stahlhut, der die Hupac im Mai verlassen wird, betont den Nutzen dieser Maßnahmen: „Mit dem Start der hochfrequenten Angebote zeigt sich, dass negative Auswirkungen der Verspätungen für die Kunden minimiert werden können. Allen ist klar, dass das deutsche Netz saniert werden muss. Unsere Angebote wollen wir in den kommenden Jahren konsequent ausbauen, um unseren Kunden auch in der herausfordernden Infrastruktursituation einen zuverlässigen Service bieten zu können. Der Erhalt dieser Kapazität ist für die Vernetzung der Industrien in Europa und damit für unsere Kunden alternativlos“.

Zudem baut Hupac sein Netzwerk nach Südeuropa aus: Das neu strukturierte Terminal Barcelona Combiconnect, gemeinsam mit TP Nova betrieben, soll den wachsenden spanischen Intermodalmarkt stärker an das europäische Netz anbinden.

Nord-Süd-Korridor: Rückgang setzt sich fort

Obwohl Hupac selbst Wachstum meldet, bleibt der allgemeine Trend auf der schweizerischen Nord‑Süd‑Achse kritisch. Seit 2021 sinken die transportierten Mengen im Kombinierten Verkehr kontinuierlich. 2024 wurden 960.000 Lkw‑Fahrten gezählt – deutlich über der in der Schweizer Verfassung festgelegten Grenze von 650.000 Fahrten jährlich.

Eine Erholung ist kurzfristig nicht sichtbar; für 2025 wird sogar eine weitere Verschlechterung erwartet. Daher fordert die Branche, zentrale Förderinstrumente über das Jahr 2030 hinaus fortzuführen. Dazu gehört insbesondere die Absicherung der Betriebsbeiträge für den alpenquerenden Kombinierten Verkehr, um Kostensteigerungen durch Baustellen und eingeschränkte Produktionsbedingungen abzufedern.

Mehr zu Hupac: Britta Weber (42) ist aktuell Vizepräsidentin von UPS Healthcare für Europa und Asien und wird laut Unternehmen zum 1. Juli 2026 zur Hupac-Gruppe wechseln. 


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