Der 1926 in der Werft der Gebrüder Sachsenberg in Köln gebaute Schaufelraddampfer „De Majesteit“ sucht einen neuen Besitzer. Seit drei Jahrzehnten liegt das historische Schiff nun im Rotterdamer Hafen zu Anker und hat sich dort zu einem beliebten Fotomotiv entwickelt. Nach zahlreichen Event- und Charterfahrten in den letzten Jahren, soll der traditionsreiche Raddampfer nun Kurs auf eine neue Zukunft nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Versteigerung des Raddampfers findet über die Plattform Troostwijk Auctions statt.
Die „De Majesteit“ gilt als maritime Rarität, denn sie ist der einzige Dampfer der Niederlande und einer der wenigen in ganz Europa, die noch fahrtüchtig sind. Außerdem ist es mit einer Gesamtlänge von 82,5 Metern und einer Breite von 15,65 Metern auch heute noch der größte jemals gebaute Schaufelraddampfer. „Wir wollen das 100-jährige Schiffsjubiläum nutzen, um das immer noch mit der 750 PS starken originalen Dampfmaschine betriebene Schiff durch eine Auktion auf neuen Kurs zu bringen“, so Klemens Key, der das Schiff vor 30 Jahren mit seiner Frau Christine gekauft hat.
Ein Stück deutsche Rhein- und Schifffahrtsgeschichte
Vor genau 100 Jahren nahm das Schiff seinen Dienst auf und transportierte unter Flagge der Köln-Düsseldorfer Deutschen Rheinschifffahrt, KD mit dem Namen Rheinland als luxuriöses Passagierschiff viele Gäste. Obwohl es durch Bombenangriffe während des zweiten Weltkrieges komplett zerstört wurde, konnte es wieder aufgebaut werden und zurück in den Schiffsdienst kehren. Auch prominenter Besuch war bereits an Bord der „De Majesteit“: Ende der 1950er Jahre nutzte Elvis Presley für einige Filmszenen des Films G.I. Blues das Vorschiff und Achterdeck des Schiffes. Nach einer Namensänderung 1965 zu Rüdesheim setzte der Dampfer seinen Dienst fort. In den 80er Jahren wurde das Schiff außer Dienst gestellt, bis es von den heutigen Besitzern vor genau 30 Jahren gekauft, aufwendig restauriert und modernisiert wurde. Dabei konnten die über dreieinhalb Meter großen historischen Schaufelräder sowie die alte Dampfmaschine erhalten bleiben.
Eigentümer wünschen sich Rückkehr zu deutschen Wurzeln
„Wir würden es sehr begrüßen, wenn das Schiff bald wieder einen deutschen Namen am Bug stehen haben würde und hoffen auf einen Eigentümer oder eine Reederei, die die historische Bedeutung des Schiffes genauso anerkennt wie wir. Seinen neuen Heimathafen kann der Dampfer jederzeit von Rotterdam aus anlaufen“, berichtet das Ehepaar Keys.