In einem gemeinsamen Appell fordern die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und die Initiative System Wasserstraße (ISW) – ein Zusammenschluss von 22 Branchen- und Wirtschaftsverbänden – die Bundesregierung zu massiven Investitionen in Deutschlands Wasserstraßen und Häfen auf. Leistungsfähige und zuverlässig schiffbare Bundeswasserstraßen samt Häfen seien „eine zentrale Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschland“, erklären die Gewerkschaft und die am System Wasserstraße beteiligten Akteure in dem Dokument, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Deutschland investiere trotz der überragenden Bedeutung seiner Wasserstraßen als Verkehrsträger für Wirtschaft und Klimaschutz seit Jahren zu wenig in deren Anlagen und Technik. Zugleich führten aktuelle Stellenkürzungsvorgaben (minus acht Prozent) für die zentrale Behörde, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), zu enormem Druck auf die Beschäftigten – und damit zur Gefährdung sicherheitsrelevanter Bereiche der Wasserstraßeninfrastruktur.
Verdi und die ISW appellieren an Bundesregierung und Bundestag, die in Kürze stattfindende Nationale Maritime Konferenz (29./30. April 2026 in Emden) zu nutzen, um Investitionen in Wasserstraßen und Häfen neu zu priorisieren. So soll der geplante pauschale Personalabbau bei der WSV in operativen und sicherheitsrelevanten Bereichen gestoppt werden, um die Handlungsfähigkeit der Behörde zu sichern. Gewerkschaft und ISW stimmen darin überein, dass attraktive Rahmenbedingungen eine zentrale Voraussetzung für die Fachkräftegewinnung der Behörde und die Zukunft der Branche sind. Zudem müsse der Bund im Haushalt dringend mehr Mittel für Erhalt und Ausbau der Wasserstraßen-Infrastruktur zur Verfügung stellen – für funktionierende Schleusen und Wehre, für Hochwasser- und Naturschutz. Die Bundeswasserstraßen sollen darüber hinaus ins Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität aufgenommen werden.