Hafen Straubing-Sand: Bahn überholt erstmals das Schiff

31.03.2026 08:46 Uhr | Lesezeit: 3 min
GST-Terminal Hafen Straubing-Sand
Neue Möglichkeiten für den Umschlag sperriger und schwerer Güter: das GST-Terminal im Hafen Straubing-Sand.
© Foto: Zweckverband Hafen Straubing-Sand

94 Millionen Euro Investitionen setzen 2025 ein starkes Signal. Gleichzeitig verschiebt sich der Modal Split – mit wachsender Bedeutung der Schiene und Fokus auf nachhaltiges Wachstum.

2025 hat der Hafen Straubing-Sand insgesamt rund 94 Millionen Euro investiert. Davon entfallen 55 Millionen Euro auf private Investitionen der ansässigen Unternehmen und 39 Millionen Euro auf öffentliche Infrastrukturprojekte. Insgesamt investierte der Zweckverband Hafen Straubing-Sand (ZVH) in den vergangenen drei Jahren antizyklisch 115 Millionen Euro vor allem für logistische Infrastrukturprojekte und den Aufbau des Biocampus. Infolgedessen steigen auch die Investitionen der Unternehmen im Hafen im zweiten Jahr in Folge. 

Bahngüterverkehr übertrifft Schiffsgüterumschlag

Während der Güterumschlag per Schiff auf 532.000 Tonnen zurückging (minus elf Prozent gegenüber dem Vorjahr), konnte die Bahn mit 549.000 Tonnen ein deutliches Plus von neun Prozent erzielen. Insgesamt werden damit 24,3 Prozent der Güter über die umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn und Schiff abgewickelt, während 75,7 Prozent weiterhin auf den Lkw entfallen. Rückenwind erhält diese Entwicklung durch die Inbetriebnahme des neuen Terminals für den Kombinierten Verkehr im vergangenen Herbst, das den effizienten Umschlag zwischen Straße und Schiene auf einer Fläche von über 50.000 Quadratmetern ermöglicht und die Verlagerung von Transporten auf die Schiene dauerhaft stärken soll.

„Dass die Bahn erstmals vor dem Schiff liegt, folgt einem allgemeinen Trend in den Binnenhäfen. Als Hafen werden wir aber weiterhin in erster Linie ein treuer Partner im System Binnenwasserstraße bleiben. In den kommenden Jahren wollen wir dort die Früchte aus dem Donauausbau und unseren Investitionen in die Hafeninfrastruktur ernten“, betont Andreas Löffert, Geschäftsleiter des ZVH.

Neue Perspektiven bei GST

Mit Blick in die Zukunft richtet der Hafen seinen Fokus verstärkt auf den Ausbau spezialisierter Infrastruktur – insbesondere im Segment der Großraum- und Schwerlastlogistik. Das im Bau befindliche High & Heavy-Terminal soll neue Möglichkeiten für den Umschlag sperriger und schwerer Güter eröffnen und die Position des Hafens als leistungsfähige Drehscheibe weiter stärken. Zugleich ist es ein wichtiger Schritt, um eine leistungsfähige Alternative zur Straße zu schaffen, heißt es in einer Pressemitteilung. Angesichts zunehmend überlasteter Brücken gewinnen die bayerischen Häfen und Binnenwasserstraßen als zuverlässige Transportwege für Industriekunden und Anlagenbauer weiter an Bedeutung.

Einzigartige Scale-up-Infrastruktur wächst weiter

Ein besonderer Fokus der Investitionstätigkeit liegt weiterhin auf dem Biocampus im Hafen Straubing-Sand. Hier entsteht eine durchgängige Scale-up-Infrastruktur, die Unternehmen entlang der gesamten Innovationskette begleitet – vom Labor- über den Pilotmaßstab bis hin zum Demonstrationsmaßstab von bis zu 25 Quadratmetern Arbeitsvolumen.

Parallel dazu wird auch das Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) auf dem Biocampus des Hafens erweitert. Mit dem dritten Bauabschnitt entstehen auf rund 2.000 Quadratmeter moderne Büroflächen ab 22 Quadratmeter, die auf die Bedürfnisse junger und wachsender Unternehmen zugeschnitten sind. Ergänzt wird das Angebot durch ausgestattete Labore im S1-Standard, die insbesondere biotechnologischen Start-ups optimale Rahmenbedingungen bieten. 

Standort mit klarer Zukunftsstrategie

Der Hafen Straubing-Sand will laut Pressemitteilung ein dynamischer Wachstumsmotor für die Region bleiben. Das Wachstum auf der Schiene, Investitionen in neue Infrastruktur und vor allem der konsequente Ausbau des Biocampus sollen die strategische Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit unterstreichen. „Wir entwickeln den Hafen konsequent weiter – als leistungsstarke Logistikdrehscheibe, als technologieführenden Innovationsstandort und als zuverlässigen Motor für nachhaltiges Wachstum in der Region“, fasst Löffert zusammen.

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