Die anhaltend niedrigen Wasserstände auf dem Rhein zwingen Logistikunternehmen dazu, ihre Transportkonzepte flexibel anzupassen. Um die Versorgung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) in Duisburg mit Kohle und Eisenerz abzusichern, übernimmt RheinCargo zusätzliche Transporte auf der Schiene. Dies teilte das Unternehmen mit. Die Bahnverkehre ergänzen die weiterhin laufenden Binnenschiffsverkehre von HGK Dry Shipping und sollen dabei helfen, die Auswirkungen der Niedrigwassersituation auf die Rohstofflogistik zu begrenzen.
Niedrigwasser reduziert Transportkapazitäten auf dem Rhein
Unter normalen Bedingungen transportiert HGK Dry Shipping täglich rund 24.000 Tonnen Kohle und Eisenerz von Rotterdam nach Duisburg. Aufgrund der aktuell niedrigen Pegelstände können die Schiffe derzeit jedoch lediglich etwa 14.500 Tonnen pro Tag befördern.
Um die dadurch entstehende Kapazitätslücke teilweise auszugleichen, führt RheinCargo zunächst bis Ende September drei Güterzug-Rundläufe pro Woche durch. Jeder Zug transportiert rund 2.000 Tonnen Kohle für die Versorgung des HKM-Standorts in Duisburg.
Schiene ergänzt die laufenden Binnenschiffsverkehre
„Dies ist ein gutes Beispiel für die integrierte Zusammenarbeit innerhalb der HGK-Gruppe. Durch das Zusammenspiel unserer Logistikkompetenzen auf Wasser und Schiene können wir flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren und auch unter schwierigen Bedingungen die Versorgung unserer Kunden zuverlässig sicherstellen“, sagt Steffen Bauer, CEO der HGK-Gruppe.
Insgesamt schaffen die drei zusätzlichen Zugumläufe pro Woche ein Transportvolumen von rund 6.000 Tonnen.
RheinCargo setzt angemietete Güterwagen ein
Für die kurzfristige Übernahme der Verkehre hat RheinCargo insgesamt 46 Güterwagen angemietet. Die Transporte zwischen den Verladeterminals in Rotterdam und dem HKM-Standort in Duisburg werden mit einer Vectron-Lokomotive der Baureihe 193 durchgeführt.
„Wenn Transportketten durch äußere Einflüsse unter Druck geraten, sind schnelle und verlässliche Lösungen gefragt. Mit unserer Erfahrung im Schienengüterverkehr und unserem Netzwerk konnten wir innerhalb kurzer Zeit ein belastbares Transportkonzept für HKM entwickeln und umsetzen“, sagt Necati Kula aus dem Vertriebsteam des RC-Bereichs Fernverkehr.
Versorgung eines wichtigen Industriestandorts sichern
Die zusätzlichen Transporte sollen dazu beitragen, die Versorgung eines bedeutenden Industriestandorts in Nordrhein-Westfalen mit den benötigten Rohstoffen sicherzustellen. Nach Angaben des Unternehmens sind die Verkehre zunächst auf mindestens acht Wochen ausgelegt.
Ob die Bahntransporte über Ende September hinaus fortgeführt werden, hängt von der weiteren Entwicklung der Wasserstände auf dem Rhein ab. Derzeit gibt es laut RheinCargo keine Anzeichen für eine kurzfristige Entspannung der Niedrigwassersituation.