Nach einer umfassenden Renovierung ist das Hafenkoordinationszentrum (HCC) im Rotterdamer Hafen offiziell wiedereröffnet worden. Die Leitstelle gilt als zentrale Schaltstelle für die Planung und Zulassung des Schiffsverkehrs und wird häufig als das „schlagende Herz“ des Hafens bezeichnet. Anlässlich der Wiedereröffnung prägten der stellvertretende Bürgermeister von Rotterdam, Robert Simons, und Berte Simons, Chief Operating Officer der Port of Rotterdam Authority, am Mittwochnachmittag, dem 8. April, gemeinsam eine Gedenkmünze – eine Anlehnung an die maritime Tradition.
Das HCC im Rotterdamer Hafen ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr in Betrieb. Jährlich koordiniert das Zentrum die Anläufe von mehr als 27.000 Seeschiffen sowie rund 93.000 Binnenschiffen, wie der Hafen mitteilt. Neben der Schiffsplanung übernehme das HCC auch eine zentrale Rolle bei der Koordination von Notfällen im Hafengebiet.
Schlüsselrolle für Sicherheit und Effizienz
Für den stellvertretenden Bürgermeister Robert Simons ist die Bedeutung des HCC für den Hafen kaum zu überschätzen. „Als ehemaliger Steuermann weiß ich, wie wichtig eine gute Koordination und Kontrolle an Land sind“, sagt Simons. „Im HCC kommt dieses Fachwissen zusammen: Hier sorgen Menschen Tag und Nacht dafür, dass unser Hafen sicher und reibungslos funktioniert. Damit ist das HCC ein unverzichtbares Bindeglied für den größten Hafen Europas.“
Auch Hafenmeister René de Vries unterstreicht die Rolle der modernisierten Leitstelle. „Unsere Kollegen im Hafenkoordinationszentrum leiten Tag für Tag eine komplexe logistische Operation. Sie sorgen für die Sicherheit und den reibungslosen Betrieb des Hafens“, erklärt de Vries. „Nach Jahren ununterbrochener Arbeit war eine Renovierung notwendig. Das ging weit über den bloßen Austausch von Möbeln hinaus.“
Neue Arbeitskonzepte und technische Unterstützung
Im Zuge der Renovierung wurde das Arbeitskonzept des HCC grundlegend angepasst, wie der Port of Rotterdam mitteilt: Künftig arbeitet das Zentrum mit einer klaren Trennung zwischen Front-Office und Back-Office. Die neue Raumstruktur biete dafür zusätzliche Besprechungsräume sowie Flächen für projektbezogenes Arbeiten.
Zur Unterstützung der Mitarbeitenden kommen moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz, Drohnen und intelligente Kamerasysteme zum Einsatz. Ergänzend wurden zahlreiche ergonomische und praktische Anpassungen vorgenommen, um die Arbeit im Schichtbetrieb – tagsüber wie nachts – zu erleichtern.
Fokus auf Arbeitsumfeld und Konzentration
Ein zentrales Element der Modernisierung betrifft die Arbeitsbedingungen. Miranda Sagel, Managerin im Hafenkoordinationszentrum, verweist insbesondere auf die neue Beleuchtung und Akustik: „Wir haben zum Beispiel an den neuen Arbeitsplätzen biodynamische Beleuchtung: Licht, dessen Farbtemperatur sich ändert, um den natürlichen Verlauf des Tageslichts nachzuahmen, wodurch man auch nachts leichter konzentriert arbeiten kann.“ Zudem sei der Raum akustisch so gestaltet worden, „dass sich die Kollegen auch in sehr hektischen Momenten gut konzentrieren können.“
Mehr als Verkehrsfreigabe für Schiffe
Die Aufgaben des Hafenkoordinationszentrums gehen über die reine Zulassung von Schiffen hinaus. Jedes Seeschiff, das den Hafen anläuft, wird vorab überprüft. Dabei kontrollieren Mitarbeitende der Abteilung Hafenmeister unter anderem den Tiefgang, mögliche Gefahrgüter, die Einhaltung des ISPS-Codes sowie Gezeiten- und Strömungsverhältnisse. Auf dieser Basis wird entschieden, ob ein Schiff in den Hafen einlaufen darf.
Die eigentliche Verkehrslenkung erfolgt anschließend über zwei Verkehrszentralen im Hafengebiet. Darüber hinaus fungiert das HCC als zentrale Meldestelle für Zwischenfälle. Bei Bränden, Leckagen, Schiffsunfällen oder anderen Gefahrensituationen im Hafen koordiniert das Zentrum die Alarmierung und den Einsatz von Rettungs- und Notfalldiensten.
Aufgaben des Hafenmeisters im Überblick
Der staatliche Hafenmeister trägt zur Leistungsfähigkeit des Rotterdamer Hafens bei, indem er den Schiffsverkehr möglichst effizient organisiert. Dabei arbeitet er eng mit Lotsen, Schleppdiensten, Festmachern, Terminalbetreibern und weiteren Partnern zusammen. Ziel sei es, durch innovative Lösungen den Mehrwert des Hafens für die Kunden der Port of Rotterdam Authority kontinuierlich zu steigern, wie das Unternehmen mitteilt.
René de Vries leitet als Hafenmeister die gleichnamige Abteilung, die rund um die Uhr für Ordnung und Sicherheit im Hafengebiet sorgt. Die hierfür erforderlichen Befugnisse wurden vom Staat sowie mehreren umliegenden Kommunen auf den Hafenmeister übertragen.