Als erste Reederei überhaupt hat HGK Shipping kürzlich in Flandern (Belgien) von der zuständigen Genehmigungsbehörde De Vlaamse Waterweg (Flämische Wasserstraßen) eine einjährige Testerlaubnis zum ferngesteuerten Fahren eines Gefahrgutschiffes in Verbindung mit einer möglichen Fahrzeitausweitung erhalten. Genehmigt wird das Führen eines Schiffes aus einem Remote Operations Center (ROC) auf den Wasserstraßen östlich von Antwerpen. Anstelle von zwei Schiffsführern wird für die dritte Phase dieser Betriebsformoptimierung nur noch eine speziell qualifizierte Fachkraft an Bord benötigt. Der Chemietanker „Walcheren“ ist im flämischen Gebiet Belgiens ebenso das erste Schiff von HGK Shipping, das mit besatzungsoptimierter Schiffssteuerung den Vorteil der Technologie nutzen wird.
Von der Übergangsphase zur besatzungsoptimierten Fernsteuerung
Bereits in Phase 2 des Testbetriebs, die HGK Shipping in den Niederlanden und Deutschland ebenfalls schon umsetzt, wurden Schiffe aus den einzelnen ROC ferngesteuert. In dieser Übergangsphase blieben jedoch die laut Personalverordnungen vorgeschriebenen Schiffsführer weiterhin an Bord. Das ist auf der festgelegten Strecke auf den flämischen Wasserstraßen nicht mehr erforderlich, da die Technik des Projektpartners Seafar ihre Betriebszuverlässigkeit und die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen nachgewiesen hat.
In Phase 3 benötigt HGK Shipping für die reglementierte sogenannte A2-Fahrtzeit von 18 Stunden nur noch einen Schiffsführer und einen Matrosen anstelle von zwei Schiffsführern auf der „Walcheren“. Der ROC-Operator, der alle notwendigen Qualifikationen besitzt, übernimmt für vier Stunden die Fernsteuerung des Schiffes, während der Matrose den Schiffsbetrieb im Steuerhaus überwacht und der mitfahrende Schiffsführer seine Ruhezeit einhält. Diese Umsetzung erfordert eine intensive Einarbeitung sowie eine enge Abstimmung zwischen den Projektpartnern.