Rund 41.000 Kilometer Binnenwasserstraßen durchziehen die EU-Mitgliedstaaten. Auf ihnen werden jährlich etwa 118 Milliarden Tonnenkilometer Güterverkehr erbracht. Rhein, Main, Mosel, Donau und das europäische Kanalnetz verbinden Industriezentren, Häfen und Märkte über nationale Grenzen hinweg. Die UECC fordert unter anderem, Engpässe schneller zu beseitigen und bereits beschlossene Infrastrukturprojekte mit gesicherter Finanzierung, ausreichenden Planungskapazitäten und verbindlichen Zeitplänen umzusetzen. Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt und stärker digitalisiert werden.
„Europa muss auf seinen Wasserstraßen schneller ins Bauen kommen“, fordert Davor Sertic, Präsident der UECC. Häfen bräuchten ausreichend Lager- und Umschlagkapazitäten und beschlossene Projekte feste Zeitpläne sowie eine gesicherte Finanzierung. Auch Bauarbeiten dürften die Schifffahrt möglichst nicht vollständig unterbrechen. Zudem müsse die Flotte besser auf niedrige Wasserstände vorbereitet werden. Dies gelte für den Rhein genauso wie für die Donau.
Ein weiterer Schwerpunkt der Resolution ist die Widerstandsfähigkeit des gesamten Verkehrssystems. Bei Engpässen auf Rhein, Donau oder anderen europäischen Wasserstraßen müssen laut UECC Bahn, Straße und Häfen als Ausweichmöglichkeiten besser vorbereitet sein. Daher fordert sie zusätzliche Güterzugverbindungen auf geeigneten Strecken, eine bessere Abstimmung großer Baustellen und zusätzliche Lager- und Umschlagkapazitäten in Binnenhäfen.
Wo auf Wasserstraßen Vollsperrungen unvermeidbar sind – beispielsweise aufgrund von Bau- und Unterhaltungsarbeiten – sollen frühzeitig verlässliche Durchfahrtsfenster eingerichtet werden. Gleichzeitig sollen Investitionen in Schiffe stärker gefördert werden, die auch bei niedrigen Wasserständen leistungsfähig bleiben. Auch der Austausch von Informationen und Daten müsse nach Angaben der UECC vereinfacht und damit vereinheitlicht werden, so dass Informationen über Wasserstände und verfügbare Fahrrinnen europaweit besser vergleichbar werden.
Fabian Griewel, Leiter Verkehr, Logistik und Mobilität der Niederrheinischen IHK, betont vor diesem Hintergrund: „Der Rhein ist eine der wichtigsten Lebensadern unserer Wirtschaft. Rohstoffe, Stahlprodukte, Chemiegüter und Baustoffe kommen über das Binnenschiff an ihr Ziel. Gleichzeitig ist der Rhein Teil eines europäischen Netzes. Es reicht vom Ruhrgebiet bis zu den Seehäfen und über weitere Wasserstraßen bis zur Donau. Wir als Niederrheinische IHK haben deshalb die Initiative ergriffen, gemeinsam mit unseren europäischen Partnern konkrete Forderungen für starke Wasserstraßen zu erarbeiten. Unternehmen brauchen verlässliche Transportwege – unabhängig davon, auf welcher Seite einer Grenze sie unterwegs sind.“