Vor dem Krisentreffen zum Niedrigwasser mit Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat der Bereichsleiter für Infrastruktur bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Dirk Binding, vom Bund mehr Investitionen in die Wasserstraßen gefordert. Im rbb24 Inforadio sagte Binding am Donnerstag (6. August 2026), die Resilienz der großen Flüsse in Deutschland müsse langfristig gestärkt werden: „Wir reden über das Vertiefen von Fahrrinnen; wir reden darüber, Engstellen am Rhein und an anderen Wasserstraßen zu beseitigen; und vor allem sprechen wir darüber, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.“
Zu kurzfristigen Lösungen äußerte sich Binding skeptisch. Dazu gehöre der Vorschlag, Lagerkapazitäten zu erhöhen: „Das klingt jetzt erst einmal gut. Aber wenn man weiß, wie lang Planungs- und Genehmigungsverfahren gerade für Gefahrgüter in Deutschland dauern, dann wird das auch keine wirklich kurzfristige Lösung sein.“ Die andere Möglichkeit sei, Bahnkapazitäten zu erhöhen, aber „die Bahn ist am Limit – wie soll das funktionieren? Man doktert da so ein bisschen kurzfristig an Symptomen herum, aber das sind keine strukturellen Maßnahmen.“
Grundsätzliches Ziel der Konferenz müsse es sein, dass Schiffe länger auf Flüssen unterwegs sein können, so Binding: „Der Ausfall der Binnenschifffahrt würde zu einem Super-GAU für die deutsche Wirtschaft führen, weil die anderen Verkehrsträger – die Straße und die Schiene – das nicht kompensieren können und weil die Binnenschifffahrt nicht nur eine der wirtschaftlichsten, sondern auch eine der ökologischsten Transportmöglichkeiten ist.“