Bereits 2025 hat die AG Reederei Norden-Frisia mit dem Elektrokatamaran Frisia E-1 (E-Kat) das erste rein elektrisch betriebene Seeschiff unter deutscher Flagge in Betrieb genommen. Der E-Kat fährt seitdem bis zu achtmal täglich zwischen Norddeich und Norderney. Dabei wird der E-Kat mit einem möglichst hohen Anteil an von der Reederei selbst erzeugten erneuerbaren Energien betrieben. Um diesen Anteil weiter zu erhöhen, hat Norden-Frisia nun gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück das Projekt „Bi-direktionale Integration von Elektrofahrzeugen“ (BIDI-EL) gestartet, das durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird und läuft bis Januar 2027.
Technischer Ansatz ist ein sogenanntes Vehicle-to-Grid-System (V2G). „Die Batterien der Autos, die unsere Ladestationen auf den Parkplätzen in Norddeich nutzen, könnten als Zwischenspeicher in die Beladung des E-Kats eingebunden werden“, erläutert Olaf Weddermann, Prokurist der Reederei Norden-Frisia. „Durch die Nutzung von Fahrzeugen als dezentrale Energiespeicher wird der Anteil regenerativer Energie maximiert und das Netz entlastet. Gleichzeitig werden die Fahrzeugbatterien in einer Art Wellness-Betrieb gehalten“, sagt Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer von der Hochschule Osnabrück.
Auf dem Gelände der Reederei sind bereits 242 Ladepunkte für Elektroautos, mit Photovoltaikanlagen überdachte Carports mit einer Leistung von 1.600 Kilowattpeak, eine Freiflächenanlage mit einer Leistung von 608 Kilowattpeak und ein Batteriespeicher installiert. „Den vorhandenen Speicher könnten wir künftig um die Batterien der bei uns parkenden Elektrofahrzeuge erweitern und so den Anteil regenerativer Energien an unseren Transportleistungen weiter erhöhen“, so Weddermann.
„Unser Ziel ist ein geschlossenes System aus Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch“, sagt Reederei-Vorstand Carl-Ulfert Stegmann. Die Kombination von E-Fähre und bi-direktionalem Laden für Elektrofahrzeuge könne ein weiterer Schritt in diese Richtung sein.