Wo Lkw-Fahrverbote gelockert werden - ein Überblick

13.08.2026 08:26 Uhr | Lesezeit: 3 min
Ein Frachtschiff fährt auf dem Rhein bei Bonn. Der Rhein führt wegen des trockenen Sommerwetters Niedrigwasser. Im Hintergrund ist der Posttower und der Lange Eugen (früheres Abgeordneten-Hochhauses) zu sehen.
Welche Sonderregeln für Lkw wegen den Schifffahrtsproblemen gelten (Symbolbild)
© Foto: picture alliance/dpa | Thomas Banneyer

Niedrigwasser legt bundesweit die Schifffahrt lahm. In welchen Bundesländern dürfen Lkw jetzt auch sonntags transportieren und welche regionalen Unterschiede gibt es?

Angesichts der anhaltenden Niedrigwasserlage auf Rhein und anderen Wasserstraßen haben zahlreiche Bundesländer die Sonn- und Feiertagsfahrverbote für Lastwagen gelockert. Mit den Ausnahmeregelungen sollen zusätzliche Transportkapazitäten auf der Straße geschaffen und die Auswirkungen auf Lieferketten begrenzt werden.

Hintergrund ist die eingeschränkte Binnenschifffahrt. Viele Schiffe können derzeit nur mit reduzierter Ladung verkehren, sodass Güter zunehmend auf Straße und Schiene verlagert werden müssen.

Lockerungen in den meisten Bundesländern

Bis zum 31. August gelten entsprechende Ausnahmen in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.

In Rheinland-Pfalz und im Saarland wurden die Regelungen sogar bis zum 30. September verlängert. In Sachsen dürfen Lkw , die Transporte per Binnenschiff ersetzen, ebenfalls bis einschließlich 31. August 2026 auch sonn- und feiertags fahren. Sachsen-Anhalt haben bislang keine entsprechenden Lockerungen beschlossen.

Unterschiedliche Regelungen je nach Bundesland

Die Ausgestaltung der Ausnahmen fällt regional unterschiedlich aus. In mehreren Ländern sind die Erleichterungen ausdrücklich an Transporte gebunden, die im Zusammenhang mit den Folgen des Niedrigwassers stehen.

In Bayern und Hessen gelten die Ausnahmen zudem nur für Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen. Bayern begrenzt die Regelung zusätzlich auf unbedingt notwendige Lieferungen.

Lieferketten sollen stabilisiert werden

Mit den Sonderregelungen reagieren die Länder auf die angespannte Lage im Güterverkehr. Durch die niedrigen Pegelstände können viele Binnenschiffe ihre Kapazitäten nicht vollständig ausnutzen, was zu steigenden Transportkosten und zusätzlichen Belastungen für Industrie und Handel führt.

Die vorübergehende Verlagerung von Gütertransporten auf die Straße soll dazu beitragen, Versorgungsengpässe zu vermeiden und die Funktionsfähigkeit der Lieferketten aufrechtzuerhalten.


Niedrigwasser belastet Logistik weiter

Wie lange die Ausnahmeregelungen tatsächlich benötigt werden, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Wasserstände ab. Branchenvertreter rechnen damit, dass die Binnenschifffahrt solange unter Druck bleiben wird, wie größere Niederschläge ausbleiben.

Für die Logistikbranche bleibt die Situation eine Herausforderung, da zusätzliche Straßentransporte organisiert und bestehende Kapazitäten flexibel angepasst werden müssen.



HASHTAG


#Kombinierter Verkehr

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Sachbearbeiter Export (m/w/d)

Meckenheim (bei Bonn)

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.schifffahrtundtechnik.de ist das Online-Portal der achtmal jährlich erscheinenden Zeitschrift Schifffahrt und Technik. Schwerpunktthemen sind Schifffahrt und Binnenschifffahrt, Transport und Logistik im Hafen und intermodaler Verkehr zwischen See- und Binnenhäfen. Praxiserfahrene Journalisten recherchieren vor Ort und schreiben Klartext zu Logistik in See- und Binnenhäfen, kombiniertem Verkehr, Reedereien, Güterverkehr und Schwerlastlogistik.