Schweiz übernimmt ZKR-Präsidentschaf

16.03.2026 12:14 Uhr | Lesezeit: 2 min
Roland Portmann, ZKR
Seit 2024 ist Roland Portmann Stellvertretender Direktor der Direktion für Völkerrecht im Schweizer Aussendepartement in Bern. Im Januar 2025 übernahm Botschafter Portmann die Leitung der Schweizer Delegation bei der ZKR.
© Foto: ZKR

Vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2027 hat die Schweiz die Präsidentschaft der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) inne. Die Vizepräsidentschaft übernimmt Deutschland.

Die Schweiz hat zum 1. Januar 2026 turnusgemäß die Präsidentschaft der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) übernommen und wird diese bis zum 31. Dezember 2027 innehaben. Die Präsidentschaft führt Roland Portmann, Botschafter und stellvertretender Direktor der Direktion für Völkerrecht im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten sowie Leiter der schweizerischen Delegation. Vizepräsidentin ist Martina Kohlhaas, Leiterin der Unterabteilung Schifffahrt im Bundesministerium für Verkehr und Leiterin der deutschen Delegation. Der zweijährliche turnusmäßige Wechsel soll eine ausgewogene Vertretung der Mitgliedstaaten sicherstellen und zentrale Themen der Rheinschifffahrt stärker in den Fokus rücken.

Umweltfreundlichere Binnenschifffahrt fördern

Die schweizerische Präsidentschaft unterstützt laut Pressemitteilung die bisherigen Aktivitäten zum Greening der Binnenschifffahrt und setzt die erforderlichen Arbeiten zur Revision der Roadmap der ZKR zur Verringerung der Emissionen (Treibhausgase und andere Luftschadstoffe) in der Binnenschifffahrt fort. Dies umfasst die Aktualisierung der Forschungsarbeiten, die notwendigen Anpassungen der einschlägigen Vorschriften sowie die Verabschiedung von Empfehlungen für innovative Schiffe. Um den Übergang zu einer umweltfreundlicheren Binnenschifffahrt zu ermöglichen, muss auch die Infrastruktur angepasst und die Verfügbarkeit von alternativen Treibstoffen gefördert werden.

Die Möglichkeit einer schrittweisen Besteuerung von fossilen Treibstoffen sowie weitere Maßnahmen für das Greening der Binnenschifffahrt sollen unter der schweizerischen Präsidentschaft weiter geprüft und diskutiert werden. Weiter setzt sich die Schweiz dafür ein, dass die Arbeiten an einem internationalen Label zur Kennzeichnung des Emissionsniveaus eines Binnenschiffes fortgeführt werden. Darüber hinaus werden die Themen Klimawandel und Niedrigwasser im Mittelpunkt stehen und insbesondere Überlegungen angestellt, wie die Rheinschifffahrt widerstandsfähiger gemacht werden kann.

Innovation, Ausbildung und Sicherheit im Fokus

Auch 2026-2027 will die ZKR ihr Engagement für Innovationen im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung fortsetzen. Dazu gehören insbesondere die Fortführung von Pilotprojekten zur Fernsteuerung und die Weiterentwicklung der Automatisierung sowie weiterer Anwendungen wie die River Information Services (RIS). Die schweizerische Präsidentschaft setzt sich zudem für die Förderung der Berufe in der Binnenschifffahrt ein, damit sie bekannter werden und an Attraktivität gewinnen.

Getreu dem Motto „Sicherheit durch Ausbildung“ wird die Aus- und Weiterbildung gezielt gefördert. Unabhängig davon, ob Menschen im Steuerhaus, an Land mit oder ohne Assistenzsysteme das Schiff steuern, muss die Sicherheit von Menschen und Umwelt stets oberste Priorität genießen. Daher engagiert sich die Schweiz für hohe Sicherheitsstandards und eine regelmäßige Aktualisierung der Verordnungen der ZKR. Auch neue Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Cybersicherheit, müssen berücksichtigt werden.

Stärkung der Zusammenarbeit mit der EU

Im Rahmen der schweizerischen Präsidentschaft wird die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union (EU) weiter gefördert. Die Stärken und Vorzüge der ZKR und der EU werden dazu beitragen, die Binnenschifffahrt als wichtigen Verkehrsträger für die Zukunft in ganz Europa zu festigen. Die Schweiz setzt sich auch für die Fortführung der erfolgreichen Arbeiten im Rahmen des Europäischen Ausschusses zur Ausarbeitung von Standards im Bereich der Binnenschifffahrt (CESNI) ein. Schließlich wird die gute Zusammenarbeit mit den anderen europäischen Flusskommissionen und der UNECE, beispielsweise im Bereich des Gefahrguttransports, eine wesentliche Rolle spielen.

Modernisierung der ZKR

Die Schweizer Präsidentschaft unterstützt Reformen zur Optimierung des ZKR-Sekretariates, namentlich durch die Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen. Ein starkes und effizientes Sekretariat spielt eine Schlüsselrolle, um aktuelle Herausforderungen nachhaltig zu bewältigen. Ziel ist es ferner, die Rolle der ZKR einerseits als Organisation mit Regelungsbefugnissen und andererseits als internationales Kompetenzzentrum der Binnenschifffahrt zu stärken. Im Rahmen dieser Modernisierung wird auch der Webauftritt der ZKR überarbeitet, um einen unkomplizierten und klaren Zugang zu den verschiedenen Aufgabenfeldern der Organisation zu gewährleisten.

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