Die Häfen Mannheim und Ludwigshafen verfügen trotz eines deutlichen Rückgangs beim Umschlag fossiler Energieträger über positive Zukunftsperspektiven. Wachstumspotenziale ergeben sich insbesondere im Containerverkehr, beim Transport alternativer Energieträger wie Wasserstoff, in der Kreislaufwirtschaft sowie bei Groß- und Schwertransporten. Zu diesem Ergebnis kommen Jürgen Vogel, Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz, und Axel Nitschke, Hauptgeschäftsführer der IHK Rhein-Neckar, auf Basis der „Potenzialstudie Binnenhäfen Ludwigshafen und Mannheim“, die von Planco Consulting im Auftrag der beiden Industrie- und Handelskammern erstellt wurde. Vorgestellt wurde die Studie am 24. April 2026 im Rahmen des Hafenforum 26 im Mannheimer Rosengarten.
Drei Entwicklungsszenarien
Im Rahmen der Studie entwickelte Planco Consulting drei Entwicklungsszenarien. Ausgehend von den Zahlen der Verkehrsprognose 2040 des Bundesministeriums für Verkehr wird für Ludwigshafen bis zum Jahr 2040 im Vergleich zu 2019 ein Wachstum der Güterverkehre von 21 Prozent und in Mannheim für 16 Prozent prognostiziert. „Diese Zahlen lassen allerdings die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung in der chemischen Industrie außen vor“, ordnete Vogel die Werte ein.
In einem Konstanz-Szenario korrigiert die Studie die Aussichten zu einem leichten Rückgang des wasserseitigen Umschlages, sollten sich die Rahmenbedingungen wie Lohnkosten und Energiepreise bis 2040 nicht verbessern. „Wir haben es in der Hand, dieses Szenario abzuwenden. Wir müssen durch strukturelle Reformen die Wirtschaft in Schwung bringen und die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Gelingt uns das, werden wir ab 2030 wieder auf Wachstumskurs sein“, sagte Vogel. Diese Entwicklung wird in einem dritten Szenario dargestellt. Aus heutiger Sicht scheint diese Prognose laut der Studienautoren und der betroffenen IHK am wahrscheinlichsten.
Keine Umwidmung von Hafenflächen
Darüber hinaus alarmieren Nutzungskonflikte um innenstadtnahe Hafenflächen die Experten. „Die Sicherung hafenaffiner Flächen und die Stärkung der trimodalen Anbindung sind keine optionalen Maßnahmen, sondern absolute Grundvoraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit der Standort“, betonte Planco-Berater Till Kösters. Flankierend gelte es, die gesellschaftliche Akzeptanz der Häfen als unverzichtbare Wirtschafts- und Versorgungsinfrastruktur zu stärken.
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