Wie IG Metall und Land die maritime Industrie stärken wollen

27.04.2026 12:52 Uhr | Lesezeit: 3 min
Zwei Reihen Windräder im Meer
Die maritime Industrie in Deutschland soll durch den Ausbau der Offshore-Windkraft gestärkt werden.
© Foto: Fokke Baarssen/picture alliance

Ob Schiffbau oder Offshore-Windparks: Tausende neue Jobs könnten in der maritimen Branche entstehen, sagt die IG Metall. Mit der Landesregierung hat die Gewerkschaft einen Plan, wie das gelingen soll.

Ein Fachkräfteprogramm, schnellere Genehmigungsverfahren und ein Offshore-Rettungssystem: Niedersachsens Landesregierung und die IG Metall Küste legen kurz vor der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden Vorschläge vor, wie die maritime Industrie in Deutschland und der Ausbau der Offshore-Windkraft gestärkt werden sollen. Das Positionspapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll bei der zweitägigen Nationalen Maritimen Konferenz, dem Spitzentreffen der maritimen Branche unter Leitung der Bundesregierung, in dieser Woche eingebracht werden.

Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, sagte, die maritime Industrie erlebe gerade einen Boom. Auf den Werften und bei den Zulieferern seien die Auftragsbücher gut gefüllt, teils sogar bis in die 2040er Jahre. „Wir gehen davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren 5.000 neue Jobs geschaffen werden. Wenn wir die Abgänge von Menschen, die in Rente gehen, berücksichtigen, werden insgesamt mehr als 8.000 Leute gesucht.“

Entsprechend sei genügend Arbeit da. „Nun brauchen wir besser abgestimmte Konzepte. In der Zeitenwende braucht es Anstrengungen der gesamten Branche, ein neues Miteinander und natürlich Tarifverträge, die Arbeitsplätze und Auslastung für alle Werften und Zulieferer absichert“, sagte Friedrich. 

Was IG Metall und Landesregierung vorschlagen

Neben den industriellen, technologischen und energiepolitischen Herausforderungen, vor denen Niedersachsen stehe, böten sich zugleich auch Chancen für Wertschöpfung, Beschäftigung die Weiterentwicklung zu einer „klimaneutralen Energie- und Industrielandschaft“, heißt es in dem Papier.

Darin nennen IG Metall und Landesregierung unter anderem diese Leitlinien, entlang derer sich die maritime Wirtschaft entwickeln soll:

  • für mehr Wettbewerbsfähigkeit sollen ein konsequenter Bürokratieabbau und digitalisierte Genehmigungsverfahren helfen
  • die Häfen sollen modernisiert und strategisch weiterentwickelt werden
  • ein Konzept für die Offshore-Rettung, etwa bei Notfällen an Windkraftanlagen auf See, soll Zuständigkeiten, medizinische Versorgung und Finanzierung klären
  • eine Fachkräfteoffensive soll mehr Menschen, vor allem auch mehr Frauen, für Berufe in der Offshore-Industrie ansprechen

Regierungschef Olaf Lies sagte, die maritimer Wirtschaft sei für Niedersachsen ein zentraler Pfeiler für Wertschöpfung, Innovation und gute Arbeit. „Mit unserem gemeinsamen Positionspapier setzen wir auf einen klaren industriepolitischen Kurs, der Schiffbau, Offshore-Wind und die gesamte maritime Wertschöpfungskette stärkt“, sagte der Ministerpräsident. „Eine neue Industriepolitik ist für mich, dass Staat, Wirtschaft und Beschäftigte gemeinsam Verantwortung übernehmen und Planungssicherheit schaffen.“

Zu der 14. Nationalen Maritimen Konferenz am 29. und 30. April werden rund 800 Gäste von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Behörden und Politik in Emden erwartet – darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

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