In dieser Woche tagten die Mitglieder des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) auf dem verbandseigenen Schulschiff „Rhein“, das in Duisburg-Homberg vor Anker liegt. Zufrieden konnten die Mitglieder das grundrenovierte Schiff in Augenschein nehmen, dass nach mehrmonatiger Instandsetzung und kompletter Neulackierung nun in frischem Glanz erstrahlt. Tatsächlich ist diese internatsartige Unterbringung der Schiffsjungen und Schiffsmädchen – also der Azubis in der Binnenschifffahrt – in der Branche sehr beliebt. Das Schiff mit seinen 95 Betten an Bord ist zurzeit im Rahmen des aktuellen dreimonatigen Berufsschulkurses komplett ausgebucht.
Mehr Förderung durch starke Lobbyarbeit
Dies war aber nicht der einzige positive Berichtspunkt im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung, die erstmals vom neu gewählten BDB-Vorstandsmitglied Andreas Grzib (DTG) geleitet wurde. BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen schilderte den Mitgliedern die Arbeit des Verbandes in den vergangenen zwölf Monaten. Erfolgreich hat der BDB sich etwa für eine deutliche Aufstockung der Fördergelder für die Aus- und Weiterbildung in der Binnenschifffahrt eingesetzt, so dass rund 120 Ausbildungsplätze pro Jahr gefördert werden können. Das Programm zur Modernisierung der Binnenschiffe wurde ebenfalls dank intensiven Lobbyings in Berlin auf 35 Millionen Euro angehoben, so dass zum Beispiel abgasärmere Motoren oder Innovationen im Schiffbau auch in diesem Jahr förderfähig sind. „Wir haben ein gut funktionierendes Netzwerk in Berlin und sind mit unseren Schifffahrtsthemen nicht nur bei Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, sondern auch bei den Verkehrs- und Haushaltspolitikern im Bundestag mit unseren Themen präsent“, so Geschäftsführer Schwanen.
Fachlicher Austausch zwischen den Mitgliedern
Der Rechenschaftsbericht bot reichlich Gelegenheit für den fachlichen Austausch zwischen den Mitgliedern, die nicht nur aus der Güter- und Fahrgastschifffahrt kommen, sondern auch aus den Bunkerbetrieben, den See- und Binnenhäfen, den Versicherungen und dem Bankwesen. Die Reform der Lade- und Löschzeitenverordnung mit den darin geregelten Liegegeldern ist ebenso von hoher praktischer Relevanz wie die Einbeziehung der Schifffahrt in den THG-Quotenhandel bei der Umsetzung der europäischen RED-III-Richtline. Auch die rechtlichen Möglichkeiten für eine bessere Integration von Fachkräften aus dem Ausland in die Bordmannschaften wurde diskutiert. Die Mitglieder erteilten dem Verwaltungsrat, dem Vorstand und der Geschäftsführung Entlastung für eine hervorragende Verbandsarbeit.
Wahl der Tarifkommission
Neu beziehungsweise wieder gewählt wurde die Tarifkommission des BDB, der seit vielen Jahren Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi für das fahrende Personal in der Binnenschifffahrt ist. Das Gremium besteht nun erneut aus Andreas Dicke (Bavaria Schiffahrts- und Speditions) und Volker Schuhmacher (B. Dettmer Reederei). Stellvertretende Mitglieder sind Roland Scheurle (Rheintank) und Markus Schwartz (Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt).
Vorstellung der Imagekampagne PRO Binnenschifffahrt
Der Kommunikationsprofi Jörn Fischer (JFK089) präsentierte den Mitgliedern vor Ort und im virtuellen Raum die Imagekampagne PRO Binnenschifffahrt, die vor 15 Monaten auf Initiative des BDB ins Leben gerufen wurde. Auch hierzu gab es nur zufriedene Gesichter: Über 30 Unternehmen unterstützen inzwischen die Kampagne, die in Social-Media-Kanälen die Bekanntheit des Systems Wasserstraße steigert, dabei zugleich für Nachwuchs in der Branche wirbt und im September 2025 mit dem begehrten „Innovationspreis Binnenschifffahrt“ für „exzellente Branchenkommunikation mit Signalwirkung“ ausgezeichnet wurde.