Ausbildung zur Kapitänin: Alltag und Perspektiven in der Binnenschifffahrt

12.05.2026 10:45 Uhr | Lesezeit: 3 min
Rosanna van Deuzen macht ihre Ausbildung bei Viking River Cruises
Nachwuchs für die Binnenschifffahrt: Rosanna Van Deuzen macht ihre Ausbildung zur Käpitänin in der Binnenschifffahrt bei Viking River Cruises.
© Foto: Privat

Abwechslung statt Büroalltag: Die angehende Kapitänin Rosanna Van Deuzen berichtet über Ausbildung, Alltag und Herausforderungen in der Binnenschifffahrt bei Viking River Cruises.

Rosanna Van Deuzen ist 22 Jahre alt, kommt aus Holland und befindet sich im dritten und letzten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Kapitänin in der Binnenschifffahrt bei Viking River Cruises.

Ihre Ausbildung teilt sich zwischen Schule und Praxis auf. Die schulischen Blöcke verbringt sie in Duisburg: „Ich mache die Ausbildung auf dem Schulschiff Rhein.“ Dort lebt sie dann an Bord: „Zusammen mit meinen Klassenkameraden wohne, esse und schlafe ich drei Monate lang am gleichen Ort“, erzählt sie. Die Zeit sei intensiv, aber schön: „Wir machen verschiedene Dinge miteinander, gehen Bouldern oder fahren an den Wochenenden zusammen nach Freiburg oder ins Harz.“

„Ich habe mich für die Ausbildung entschieden, weil ich gerne immer unterschiedliche Aufgaben habe“, erklärt Rosanna. Ein Bürojob kam für sie nie infrage: „Das ist etwas, was ich überhaupt nicht möchte: Jeden Tag das gleiche machen.“ Zudem gefällt ihr, dass sie immer an anderen Orten ist: „Mit dem Beruf habe ich die Möglichkeit, viel zu reisen und viele Städte und Orte zu entdecken.“ Das bringt jedoch zugleich die negative Seite der Binnenschifffahrt mit sich, wie Rosanna zugibt: „Was mir nicht so gefällt, ist, dass ich lange Zeit von zu Hause weg bin. Man verpasst dann manchmal Geburtstage oder Feiertage wie Ostern oder Weihnachten.“

Für wen der Beruf geeignet ist, weiß sie genau: „Ich würde die Ausbildung Leuten empfehlen, die gerne reisen und wirklich daran interessiert sind, neue Leute und ihre Geschichten und Ansichten kennenzulernen.“ Außerdem müsse man bereit sein, längere Zeit weg zu sein: „Man ist vier Wochen am Stück auf dem Schiff unterwegs und drei Monate in der Schule. Aber danach, wenn du frei hast, dann hast du wirklich frei.“

Ihr selbst liegt besonders die Arbeit auf Passagierschiffen am Herzen: „Es gefällt mir wirklich sehr, dass ich die Chance habe, viele Leute kennenzulernen“, erzählt sie. Dazu zählen nicht nur die Passagiere, sondern auch die anderen Arbeiter auf dem Schiff: „Wir haben alle unsere eigenen kulturellen Kenntnisse und davon wird ziemlich oft erzählt und das finde ich persönlich sehr interessant.“

Rosanna Van Deuzen, Azubi bei Viking River Cruises am Schiffssteuer
Die Auszubildende zur Kapitänin absolviert Praxisphasen auf Passagierschiffen von Viking River Cruises.
© Foto: Privat

Sie hat auch schon Ideen, wie es weitergehen soll: „Nach der Ausbildung möchte ich gerne weiterfahren“, sagt sie. Sie will Erfahrung sammeln und eigenständig die Schiffe führen: Selbst Schiffführerin sein.

Für die Nachwuchsgewinnung rät sie Unternehmen, „ein realistisches Bild von der Ausbildung darzustellen und nicht ein Traumbild.“ Denn für viele sei es überraschend, was der Job bedeutet: „Man muss deutlich zeigen, was man in der Ausbildung erwarten kann. Weil für jemanden, der nicht aus der Schifffahrt kommt, kann es eine Überraschung sein, dass man zum Beispiel nicht an Weihnachten daheim sein kann.“

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