Am 17. Juli 2026 empfing der Port of Antwerp-Bruges Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, zu einem Rundgang durch den Hafen. Einer der Programmpunkte dabei war der Besuch des Ministers bei Seafar. Zunächst stellte das Team im zentralen Raum das Unternehmen und den Ansatz der ferngesteuerten Binnenschifffahrt vor und ging dann ins Remote Operations Center. Dort sah der Minister eine Live-Demonstration von Binnenschiffen, die von Land aus durch Remote Operators navigiert werden. Zudem sprach er mit den Seafar-Vertretern darüber, wie der ferngesteuerte Betrieb in der Praxis funktioniert, von den bordseitigen Systemen und der sicheren Konnektivität bis zu den zertifizierten Operators und der behördlichen Zulassung.
Transportketten grenzüberschreitend digitalisieren und automatisieren
„Um den wichtigen Verkehrskorridor Rhein zu stärken, müssen wir unsere Transportketten grenzüberschreitend digitalisieren und automatisieren. Nordrhein-Westfalen unterstützt den engen Austausch mit den europäischen Partnern, um innovative Technologien wie die Fernsteuerung von Schiffen voranzubringen und die Binnenschifffahrt wettbewerbsfähig für die Zukunft weiterzuentwickeln“, sagte Krischer.
„Häfen und ihre logistischen Ökosysteme sind von Natur aus grenzüberschreitend. Um diese Rolle auch weiterhin erfüllen zu können, brauchen wir eine einheitliche Politik und gegenseitiges Vertrauen im Bereich der autonomen Multimodalität zwischen Regionen – das ist die Grundlage unserer Resilienz und Konnektivität. Der Besuch der deutschen Ministerin bei Seafar bestätigt, warum autonomer Transport dabei eine so zentrale Rolle spielt: Unternehmen, die – wie Seafar – mit ausgereifter Technologie diese grenzüberschreitende Verbindung langfristig verwirklichen, verdienen maximale Unterstützung. Sie sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für die Zukunft unserer Häfen und unserer Wirtschaft“, ergänzte Rob Smeets, CEO vom Port of Antwerp-Bruges.
„Der Rhein funktioniert nur, wenn der gesamte Korridor funktioniert, und das erfordert Zusammenarbeit zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Minister Krischer den ferngesteuerten Betrieb aus der Praxis zu zeigen, ist eine Gelegenheit zu belegen, dass die Technik, um die Binnenschifffahrt besetzt und in Bewegung zu halten, bereits existiert, heute, von Land aus“, betonte Louis-Robert Cool, CEO von Seafar.
Hintergrund
Der Rhein transportiert jährlich rund 285 Millionen Tonnen Fracht. Auf dem Korridor zwischen Rotterdam und der deutsch-schweizerischen Grenze hält die Binnenschifffahrt etwa 40 Prozent der Fracht in Tonnenkilometern, vor Straße und Schiene (Quellen: ZKR, 2024; Eurostat, 2023). Diesen Korridor angesichts eines strukturellen Mangels an qualifizierten Schiffsführern in Bewegung zu halten, ist ein gemeinsames Anliegen des Hafens, der Region und von Seafar. Durch die Verbindung von Schiffen mit landseitigen Remote Operations Centern verringert der ferngesteuerte Betrieb die Abhängigkeit von knappem Bordpersonal, während die menschliche Expertise die Kontrolle behält.