Neuer Schubleichter transportiert erstmals Windturbinen-Komponenten

12.11.2025 11:08 Uhr | Lesezeit: 3 min
Entladung der Windturbinen-Komponenten im Hafen Haren
Entladung der Windturbinen-Komponenten im Hafen Haren.
© Foto: Rhenus

Premiere auf der Wasserstraße: Enercon und Logistikpartner Rhenus haben erstmals den neuen Schubleichter „Rhenus Berlin I“ für den Transport von Windturbinen-Komponenten eingesetzt. Das maßgeschneiderte Binnenschiff soll den effizienten und umweltfreundlichen Transport großer Bauteile wie Turmsektionen und Rotorblätter ermöglichen.

Im Hafen Emden wurden am Wochenende Stahlturmsektionen für Enercon-Windturbinen vom Typ E-138 EP3 und E-115 EP3 auf die 100 Meter lange „Rhenus Berlin I“ verladen, die die Komponenten auf dem Wasserweg in die Projektregion transportiert. Ziel war der Hafen Haren/Emsland (Niedersachsen). Von dort geht es später auf der Straße weiter bis zur Windpark-Baustelle in Emlichheim. Das neue Spezialequipment für die Enercon-Projektlogistik ist insbesondere für den Transport von langen Rotorblättern vorgesehen: Mit einer Nutzlänge von 92 Metern können bis zu zwei Rotorblätter vom neuesten Enercon-Typ E-175 EP5 mit einer Blattlänge von bis zu 86 Metern geladen werden.

Das auf Enercons Anforderungen hin maßgeschneiderte Binnenschiff besteht aus einem Schubschiff und einem aus drei Teilen zusammengesetzten Leichter. Die Antriebseinheit ist extern vorgesehen: Das gekoppelte Schubschiff sorgt laut Pressemitteilung für die notwendige Flexibilität und ermöglicht den Transport auch durch begrenzte Schleusenkammern. Die „Rhenus Berlin I“ wird vor allem im norddeutschen Kanalgebiet zum Einsatz kommen und bietet Enercon eine flexible Alternative, wenn der Komponententransport auf der Straße aufgrund von Baustellen oder anderen Hürden nicht möglich ist.

Aufwand bei einem Straßentransport wäre größer gewesen

„Auf der Straße hätten wir die Turmsektionen nicht ohne größeren Aufwand in die Zielregion liefern können“, sagt Alexander Hänsel, Chartering Manager bei Enercon Logistics. „Wir sind daher froh, dass wir auf die ,Rhenus Berlin I‘ zurückgreifen konnten – auch wenn der Schubleichter eigentlich für andere Zwecke konzipiert wurde.“ 

„Die neue ,Rhenus Berlin I‘ ist ein weiterer wichtiger Baustein in unserem Portfolio an Logistiklösungen, mit dem wir die pünktliche Belieferung von Windpark-Baustellen unserer Kunden sicherstellen“, sagt Hendrik Peterburs, Vice President der Enercon Global Logistics, und ergänzt: „Passgenaue Transportkonzepte, modernstes Equipment, große Inhouse-Expertise und bewährte Logistik-Partner sind entscheidend, um optimal auf die jeweiligen Projektgegebenheiten abgestimmte Transportketten zu organisieren – wenn erforderlich, auch multimodal mit Schiff, Lkw, Binnenschiff und weiterem Spezialequipment.“

Wasserstraße als Schlüssel für nachhaltige Projektlogistik

„Mit der ersten Fahrt der ‚Rhenus Berlin 1‘ zeigen wir, wie leistungsfähig und nachhaltig die Wasserstraße als Transportweg für komplexe Projektlogistik sein kann. Gerade bei überdimensionalen Komponenten wie Rotorblättern bietet sie eine verlässliche Alternative zur Straße – weniger Staus, weniger Emissionen, mehr Planungssicherheit. Die erfolgreiche Umsetzung dieses Konzepts ist ein deutlicher Beweis der hohen Leistungsfähigkeit der Wasserstraßen für die Schwer- und Projektlogistik“, ergänzt David Schütz, Senior Project Manager der zur Rhenus Gruppe gehörenden Deutschen Binnenreederei.

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