Bahninfrastruktur behindert die Entwicklung des Kombinierten Verkehrs

29.04.2026 12:16 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Hupac will weiterhin einen Schwerpunkt auf die Entwicklung des Kombinierten Verkehrs im Alpentransit durch die Schweiz setzen
© Foto: Hupac Gruppe

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat die Hupac-Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr das Transportvolumen steigern können. Sorgen bereitet der Zustand der Schieneninfrastruktur.

Das Geschäftsjahr 2025 habe das Unternehmen „vor erhebliche Herausforderungen gestellt“, teilte die Hupac-Gruppe mit Blick auf die Zahlen des zurückliegenden Geschäftsjahres mit. Trotz der schwierigen Bedingungen könne man aber ein positives Gruppenergebnis ausweisen, so das Unternehmen. Hupac schließt das Jahr mit einem Gewinn von 3,5 Millionen Schweizer Franken ab. Die Transportvolumen konnten um 4,3 Prozent gesteigert werden, im Kerngeschäft des transalpinen Verkehrs durch die Schweiz betrug das Wachstum 4,5 Prozent, auch dank der Übernahme von Verkehren auf der Achse Belgien-Italien.

Hupac kann Volumen steigern

Im vergangenen Jahr beförderte die Hupac-Gruppe nach eigenen Angaben rund 975.000 Straßensendungen bzw. 1.853.000 TEU im Kombinierten Verkehr Straße/Schiene und im maritimen Hinterlandverkehr. Dies entspreche einer Steigerung von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im transalpinen Verkehr durch die Schweiz konnte Hupac das Volumen um 4,5 Prozent auf rund 560.000 Sendungen steigern, unter anderem auch dank der Übernahme von Verkehren auf der Achse Belgien-Italien. Die transalpinen Verkehre via Frankreich und Österreich hätten „auf tiefem Niveau“ um 26,9 Prozent auf rund 25.000 Sendungen gesteigert werden können. Im nicht-transalpinen Verkehr habe man die Mengen um 2,9 Prozent auf knapp 390.000 Sendungen steigern können.

Leistungsfähigkeit der Schieneninfrastruktur beeinträchtigt

Weiterhin belaste die Situation der Bahninfrastruktur die Entwicklung des Kombinierten Verkehrs, so die Hupac-Gruppe. Eine hohe Bautätigkeit mit zeitweise vollständigen Streckensperrungen habe die Leistungsfähigkeit der Schieneninfrastruktur erheblich beeinträchtigt, so die Hupac-Gruppe. Dennoch habe man den Umsatz im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf 646 Millionen Schweizer Franken steigern können. Der Umsatz liegt unter der Volumenentwicklung, was auf die negativen Auswirkungen der Wechselkurse zurückzuführen ist.

Trendwende beim Kombinierten Verkehr

Man setze weiterhin einen Schwerpunkt auf die Entwicklung des Kombinierten Verkehrs im Alpentransit durch die Schweiz, so die Hupac-Gruppe. Nachdem die Verlagerung von der Straße auf den KV drei Jahrzehnte lang erfolgreich vorangekommen sei, habe der Trend vor vier Jahren gedreht. Seit 2022 ging das Volumen des alpenquerenden Kombinierten Verkehrs um 11 Prozent zurück, während der Straßentransport im gleichen Zeitraum um vier Prozent zulegen konnte. Mit der Einstellung der „Rollenden Landstraße“ Ende 2025 dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen, so die Einschätzung.

Baustellen bremsen den Kombinierten Verkehr aus

Die Hauptursache für diese negative Entwicklung sieht Hupac bei der Erneuerung der Schieneninfrastruktur. Auch im Jahr 2025 stand das Thema Baustellen im Zentrum des europäischen Schienengüterverkehrs. In den nächsten zwei Jahren sind auf dem Nord-Süd-Korridor noch größere Baustellen geplant. „Ohne Gegenmaßnahmen drohen weitere Rückschritte bei einem wichtigen verkehrspolitischen Ziel der Schweiz“, warnte das Unternehmen. Mit innovativen Transportkonzepten sowie mit einer Vertiefung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und den Infrastrukturbetreibern wolle man einen Beitrag leisten, um den negativen Verlagerungstrend zu brechen.

Rahmenbedingungen für Kombinierten Verkehr bleiben schwierig

Die Rahmenbedingungen für den Kombinierten Verkehr in den kommenden zwei Jahren „dürften eher herausfordernd bleiben“, so der Ausblick der Hupac-Gruppe. Eine deutliche Verbesserung im Kernmarkt sei erst im Jahr 2029 zu erwarten. Man wolle daher „mit resilienteren Marktangeboten dank der vermehrten Nutzung des linksrheinischen Korridors, engeren Partnerschaften und gezielten Investitionen – besonders auch in die digitale Transformation der intermodalen Transportkette – dazu beitragen, die Verlässlichkeit und Marktfähigkeit des Kombinierten Verkehrs zu steigern, um mehr Transporte auf die Schiene zu bringen“.

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