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Schienennetz: VDV und Allianz pro Schiene veröffentlichen Liste mit reaktivierbaren Gleisabschnitten

Reaktivierte Gleisstrecken könnten das deutsche Schienennetz leitungsfähiger machen.
© Foto: Jochen Tack / imageBROKER / picture alliance

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und die Allianz pro Schiene haben im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Forderung an die Politik erneuert, brachliegende Bahnstrecken schnellstmöglich zu reaktivieren und wieder ans Netz anzuschließen.


Datum:
27.09.2022
Autor:
cbo
Lesezeit: 
4 min
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In einer aktualisierten VDV-Broschüre veröffentlichten die Verbände eine Liste mit derzeit stillgelegten Schienenstrecken, die das Potenzial haben, das deutsche Schienennetz leistungsfähiger und effektiver zu machen. Vor allem auch im Hinblick auf mehr Schienengüterverkehr fordern die Verbände ein Finanzierungsprogramm, um die Streckenabschnitte schnell wieder in Netz zu integrieren. Der große Anklang, den das 9-Euro-Ticket im Sommer bei der Bevölkerung gefunden hat, wird von der Allianz pro Schiene als klares Indiz dafür gesehen, dass vor allem in gut erschlossenen Regionen ein funktionierender ÖPNV eine Säule der Mobilität ist.
Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene: „Die Bereitschaft, die Schiene zu nutzen, ist da – und das Potenzial für mehr Schienenverkehr enorm. Die Menschen erwarten mit Recht einen zügigen Ausbau – auch da, wo es heute keinen Anschluss an die Schiene gibt.“

Zu den enormen Möglichkeiten, die eine engagiert vorangetriebene Reaktivierung stillgelegter Gleise, böten, äußerte sich Dr. Martin Henke, VDV-Geschäftsführer Eisenbahn: „Seit der Erstauflage der VDV-Reaktivierungsliste und der enormen öffentlichen und politischen Aufmerksamkeit, die das Thema erregt, haben sich die Rahmenbedingungen für ein Wiederbeleben von Strecken deutlich verbessert. Immerhin vier Strecken mit 66 Kilometer Länge konnten bislang reaktiviert werden. Doch von den 277 Strecken mit insgesamt 4.573 Kilometern Länge sind zwischenzeitlich 40 weitere beziehungsweise 557 Kilometer hinzugekommen. In praktisch allen Regionen Deutschlands gibt es Reaktivierungspotenzial.“

Broschüre nennt konkrete Objekte und über 300 Städte und Gemeinden
In der VDV-Broschüre sind 332 Städte und Gemeinden genannt, die mittel und langfristig wieder Zugang zum Schienennetz bekommen könnten. Damit wären gut 3,4 Millionen Einwohner wieder dazu in der Lage, die klimafreundliche Bahn regelmäßig zu nutzen. Beide Verbände lobten die Randbedingungen, die seitens des Bundes inzwischen deutlich verbessert worden seien. Dr. Martin Henke: „Der Bund hat bei der GVFG-Novellierung in der letzten Legislaturperiode einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, den Reaktivierungsprojekten im Land neuen Schwung zu verleihen und er fördert diese mit 90 Prozent der Kosten. Auch die modernisierte Ermittlung der Wirtschaftlichkeit im Rahmen der Standardisierten Bewertung zum 1. Juli 2022 erleichtert Reaktivierungen.“
Gleichwohl gibt es nach Ansicht der Verbände noch viel zu tun, vor allem in puncto Güterverkehr. Für reine Güterstrecken mit leistungsfähigen intermodalen Komponenten für Logistik-Ketten, an die große Produktions-Unternehmen direkt angeschlossen sind, müssen ebenso wie für ÖPNV-Projekte Investitionen geplant und deren Finanzierung sichergestellt werden.

Die Broschüre „Auf der Agenda: Reaktivierung von Eisenbahnstrecken“ steht auf der VDV-Themenseite zum Download bereit. Die Allianz pro Schiene hat anlässlich des Reaktivierungskongresses am 17. September eine Übersichtskarte erstellt, die bereits erfolgte Reaktivierungen seit 1994 zeigt.

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