Nach Gesprächen mit mehreren Tausend Hafenbeschäftigten geht Verdi mit klaren Forderungen in die zweite Verhandlungsrunde für die Seehäfen. „Wir fordern die Arbeitgeber auf, in seriöse Verhandlungen einzusteigen und ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen“, erklärte Sylvi Krisch, Verdi-Verhandlungsführerin gemeinsam mit Francisca Bier, vor dem Treffen mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) in Bremerhaven am 5. und 6. August 2026.
Die Gewerkschaft fordert 8,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 2,50 Euro/Stunde mehr, um insbesondere die unteren Entgeltgruppen zu stärken. Die Arbeitgeber hatten beim ersten Termin lediglich 5,3 Prozent höhere Löhne in zwei Schritten vorgeschlagen, dazu Einmalzahlungen, bei allerdings doppelt so langer Laufzeit. Verhandlungsführerin Krisch: „Wir haben uns darüber in mehr als 2.700 Gesprächen intensiv ausgetauscht – die Botschaft der Hafen-Beschäftigten ist eindeutig: Das Angebot reicht bei Weitem nicht.“
Die Gewerkschafterin betonte, dass die Kolleginnen und Kollegen in den Häfen klar auf konstruktive Verhandlungen setzten, aber ebenso klar auch streikbereit seien, wenn dies nötig würde, um einen guten Tarifabschluss zu erreichen. Die Friedenspflicht sei beendet, konstatierte Krisch. Die rund 11.000 Beschäftigten sorgten in Hamburg, Bremen/Bremerhaven, Emden, Brake und Wilhelmshaven unter enormem Druck für die hohe Leistungsfähigkeit der deutschen Seehäfen. „Sie halten bei immer weiter steigenden Anforderungen den Betrieb am Laufen – daher verdienen sie eine deutliche Verbesserung ihrer Löhne“, sagte Krisch. „Und sie sind bereit, dafür zu kämpfen.“