Am Pegel Pfelling an der Donau wurde heute (15.7.2026) der bisherige Tiefststand aus dem Jahr 2018 von 228 Zentimeter mit nun 222 Zentimeter unterschritten. Die Folge: Viele Schiffe können unter diesen Bedingungen wegen ihres Tiefgangs nicht mehr fahren. Während staugeregelte Flüsse wie der Main durch Schleusenbetrieb derzeit weniger stark eingeschränkt sind, zeigen frei fließende Abschnitte von Donau und Rhein besonders deutlich die Auswirkungen der Klimakrise auf Transportwege.
Trotz der extremen Pegelstände können MSG und Bavaria weiterhin einen Beitrag zur Versorgung leisten, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Aus ihren Flotten setzen beide Unternehmen gezielt Schiffe ein, die bei reduzierter Fahrrinnentiefe noch betrieben werden können. „Wir passen Beladung, Routen und Fahrpläne laufend an die eingeschränkte Schiffbarkeit an und halten Transporte von Agrarprodukten, Baustoffen, Stahl und weiteren Gütern bestmöglich aufrecht“, sagt Martin Staats, Vorstand der MSG. Andreas Dicke, Vorstand der Bavaria Schiffahrts- und Speditions-AG, ergänzt: „Niedrigwasser in dieser Intensität ist für alle eine enorme Herausforderung. Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um die Lieferketten zu stabilisieren.“
MSG und Bavaria sehen in der aktuellen Lage ein klares Signal, die Wasserstraßen klimafest zu machen: durch den Ausbau kritischer Abschnitte, verlässliche Pegel- und Prognosedaten, die Förderung der Flottenmodernisierung sowie eine abgestimmte Strategie von Bund, Ländern und Infrastrukturbetreibern. „Die Wasserstraße bleibt ein klimafreundlicher und leistungsfähiger Verkehrsträger, wenn wir sie jetzt gemeinsam an die neue Realität anpassen“, so Staats. „MSG und Bavaria stehen bereit, mit ihrer Erfahrung und ihren Flotten aktiv an Lösungen mitzuwirken“, so Dicke.
Hintergrund
MSG und Bavaria sind laut eigenen Angaben die zwei größten Schifffahrtsgesellschaften in Süddeutschland und spezialisiert auf den Rhein-Main-Donau Wechselverkehr. Beide Reedereien sind zudem durch mehrere Beteiligungsgesellschaften verbunden. Zusammen beschäftigen sie eine Flotte von annähernd 85 Schiffseinheiten.