Im Mittelpunkt des Termins, an dem auch der Dortmunder Landtagsabgeordnete Volkan Baran (SPD) teilnahm, stand die Rolle des Hafens als größtes zusammenhängendes Industriegebiet Dortmunds sowie die Bedeutung verlässlicher Flächenperspektiven für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Exemplarisch informierte sich NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur bei Deufol West über die Anforderungen moderner Industrie- und Logistikunternehmen. Auf dem 18.500 Quadratmeter großen Betriebsgelände mit Anbindung an Straße, Schiene und Wasserstraße bündelt das Unternehmen seit 1983 Schwergut-Umschlag, Industriegüterverpackung sowie digitalisierte Logistiklösungen für internationale Lieferketten.
Hafen stärkt Schwerlastlogistik und Verkehrsverlagerung
Durch den Ausbau des Dortmunder Deufol-Standorts zum größten Binnen-Hub des Konzerns seien die Möglichkeiten nochmals erweitert worden, Schwergut ressourcenschonend über den Dortmunder Hafen umzuschlagen. Holger Dechant, Mitglied des Aufsichtsrates des Bundesverbands Schwertransporte und Kranarbeiten (BSK), betonte hierzu: „Die Bedingungen für Großraum- und Schwertransporte weiter zu verbessern, kann nur im Zusammenspiel von Logistik, Verladern und Politik gelingen. Was wir dabei nicht brauchen, ist ein Gegeneinander der verschiedenen Verkehrsträger – Binnenschiff, Güterzug und Lkw ergänzen sich auch in Dortmund mit ihren jeweiligen Stärken.“
Die Bedeutung leistungsstarker Binnenhäfen unterstrich auch Ministerin Neubaur: „Gerade bei Großraum- und Schwertransporten bieten Wasserstraße und Schiene große Potenziale, um die Straße zu entlasten. Landesbedeutsame Güterverkehrshäfen wie in Dortmund sind ein wichtiger Baustein für leistungsfähige, verlässliche und gleichzeitig auch klimafreundlichere Lieferketten. Voraussetzung dafür sind gut ausgestattete Standorte und verlässliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen.“
Industrieflächen als zentrale Voraussetzung
Im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Hafenwirtschaft und Logistik wurde deutlich, dass die Funktionsfähigkeit des Standorts maßgeblich von ausreichend verfügbaren und langfristig gesicherten Flächen abhängt. Bettina Brennenstuhl, Vorständin des Dortmunder Hafens, erklärte: „Die Unternehmen investieren in den Hafenstandort – dafür benötigen sie Planungssicherheit und ausreichend Fläche.“ Die Flächen im landesbedeutsamen Dortmunder Hafen seien jedoch vollständig vermietet oder verpachtet und Erweiterungsmöglichkeiten nicht vorhanden. Daher sind zukünftig im Hafen freiwerdende Flächen von besonderer Bedeutung. Solche Flächen im industriellen Kern des Hafens seien zentral für Beschäftigungssicherung und Wachstum der ansässigen Unternehmen.
Daniel Dreiner, Geschäftsführer von Deufol West, machte dies konkret: „Seit der Bekanntgabe unserer Portalkran-Investition im Jahr 2024 konnten wir als Deufol – und damit gleichermaßen der Dortmunder Hafen sowie weitere lokale Unternehmen – Marktanfragen im Umfang von rund 100.000 Frachttonnen Stückgut nicht bedienen, da hierfür schlicht der Platz fehlt. Eine aktive und sukzessive Entwicklung von in Zukunft freiwerdenden Flächen ist daher essentiell für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Dortmund und damit letztlich auch für das regionale Umland.“
Klare Entwicklungsperspektiven für den Hafen
Im Austausch mit der Landesministerin wurde die Bedeutung verlässlicher Entwicklungsziele für den Hafenstandort betont. Brennenstuhl informierte, dass hierzu ein Hafenentwicklungskonzept Klarheit schaffen soll. Ziel sei ein gemeinsames Verständnis darüber, wie sich der Dortmunder Hafen als Industrie- und Logistikstandort künftig weiterentwickeln soll.
Während des Besuchs erhielt die Ministerin Einblicke in zentrale Bereiche des Dortmunder Deufol-Standorts, darunter das Außengelände mit dem neuen Portalkran sowie die Deufol Academy als internationales Schulungszentrum des Unternehmens.