Korridorsanierungen der Bahn dauern länger

10.09.2026 11:52 Uhr | Lesezeit: 3 min
Korridorsanierung DB
Schienennetz: Bahn passt Sanierungskonzept an (Symbolbild)
© Foto: picture alliance / ZB | Sascha Steinach

Die Deutsche Bahn will ihr Programm zur Generalsanierung wichtiger Strecken anpassen. Künftig sollen weniger Korridorsanierungen pro Jahr umgesetzt werden, was den Zeitplan für die Modernisierung verlängern könnte.

Die Deutsche Bahn plant eine grundlegende Anpassung ihres Konzepts zur Generalsanierung stark belasteter Bahnstrecken. Nach Angaben von Infrastrukturvorständin Evelyn Palla haben die bisherigen Erfahrungen gezeigt, dass die ursprünglich vorgesehenen vier Generalsanierungen pro Jahr zu ambitioniert sind.

Künftig rechnet die Bahn mit zwei größeren Korridorsanierungen pro Jahr, in Einzelfällen auch mit drei. Das überarbeitete Konzept wird derzeit mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt.


Modernisierung dürfte länger dauern

Mit der neuen Vorgehensweise könnte sich die vollständige Sanierung des Kernnetzes weiter nach hinten verschieben. Bisher war vorgesehen, rund 40 besonders belastete Streckenabschnitte bis Mitte der 2030er Jahre grundlegend zu modernisieren.

Durch die Verringerung der jährlichen Bauprojekte erscheint es zunehmend fraglich, ob dieses Ziel innerhalb der 2030er Jahre erreicht werden kann.



Weniger Baustellen, mehr Stabilität im Netz

Ein wesentlicher Grund für die Anpassung ist die Belastung des Gesamtnetzes. Nach Einschätzung der Bahn führen mehrere parallele Großbaustellen zu erheblichen Einschränkungen auf Ausweichstrecken und reduzieren die Leistungsfähigkeit des Schienennetzes insgesamt.

Künftig sollen Umfang, geografische Verteilung und zeitliche Abfolge der Bauprojekte stärker aufeinander abgestimmt werden.

Umleiterstrecken stärker berücksichtigen

Besonderes Augenmerk will die Bahn auf die Ausweichrouten richten. Bevor eine wichtige Strecke vollständig gesperrt wird, sollen die entsprechenden Umleiterstrecken besser vorbereitet und ertüchtigt werden.

Damit soll verhindert werden, dass zusätzliche Verkehre während der Bauphasen zu erheblichen Störungen im übrigen Netz führen.

Finanzierung spielt wichtige Rolle

Neben betrieblichen Erfahrungen beeinflusst auch die Finanzierung die künftige Planung. Nach Angaben der Bahn hängt der Umfang der jährlichen Sanierungen maßgeblich davon ab, welche Mittel über das Sondervermögen des Bundes zur Verfügung stehen.

Die Zahl der Sanierungsprojekte soll deshalb künftig stärker an die verfügbaren Finanzmittel angepasst werden.

Generalsanierungen bleiben zentraler Bestandteil der Strategie

Trotz der Anpassungen hält die Bahn am Grundprinzip der Generalsanierungen fest. Anders als bei klassischen Baumaßnahmen werden Strecken für mehrere Monate vollständig gesperrt und anschließend umfassend modernisiert.

Ziel bleibt, die Infrastruktur langfristig zuverlässiger zu machen, die Störanfälligkeit zu reduzieren und den Bedarf für kurzfristige Baustellen in den Folgejahren zu senken.

Balance zwischen Bauen und Fahren

Nach Auffassung der Bahn muss künftig stärker zwischen Modernisierung und laufendem Betrieb abgewogen werden. Die Herausforderung besteht darin, notwendige Bauarbeiten umzusetzen, ohne die Leistungsfähigkeit des Netzes dauerhaft zu beeinträchtigen.

Mit dem überarbeiteten Konzept will die Bahn deshalb die Modernisierung des Schienennetzes fortsetzen und gleichzeitig die Auswirkungen auf Fahrgäste und Güterverkehr begrenzen.

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