Unter dem Titel „Wo Resilienz beginnt: Zwischen Energiekrise und Verteidigungspolitik – Die Deutschen Häfen als tragende Säulen einer nachhaltigen Infrastruktur der Zukunft“ stand die zentrale Rolle der Hafeninfrastruktur für die wirtschaftliche Stärke, die Energieversorgung und die sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands im Fokus der ersten Veranstaltung der Allianz „Deutsche Häfen“. Rund 140 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft folgten der Einladung, um über die Herausforderungen und Perspektiven der deutschen Häfen im Spannungsfeld von Energiekrise, globalen Lieferketten und veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen zu diskutieren. Einigkeit bestand darüber, dass die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der Häfen nur mit klaren politischen Weichenstellungen und verlässlichen Finanzierungsstrukturen langfristig gesichert werden können.
Zum Einstieg machte Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg eines klar: „Die Aussage ‚No Shipping, no Shopping‘ bringt es auf den Punkt – Unsere Häfen sind Voraussetzung unserer strategischen Autonomie und ökonomischen Sicherheit und gehören ganz klar in den bundespolitischen Fokus.“ Die Paneldiskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Bundeswehr und Energiewirtschaft machten deutlich, dass Häfen heute weit mehr sind als klassische Umschlagplätze. Sie sind zentrale Knotenpunkte der Energiewende und zugleich unverzichtbare logistische Drehkreuze für die Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur Deutschlands.
Wie eng die Zukunft der Industrie an eine funktionierende Logistik gekoppelt ist, verdeutlichte Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender bei Siemens Energy: „Wenn Unternehmen weiter in Deutschland investieren sollen, brauchen wir Investitionen in die Hafeninfrastruktur. Denn ohne Häfen exportieren wir nichts." Für die „Deutschen Häfen“ unterstrich Lars Nennhaus, Vorstand Technik und Betrieb Duisburger Hafen, die partnerschaftliche Abhängigkeit zwischen Wirtschaft und Häfen: „Wir funktionieren nur gemeinsam. Stottert ein Hafen, stottert die Volkswirtschaft.“
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne machte deutlich: Angesichts der enormen Bedeutung der See- und Binnenhäfen reiche der Beitrag des Bundes im Rahmen des Hafenlastenausgleichs von rund 38 Millionen Euro pro Jahr für alle norddeutschen Bundesländer nicht aus. Notwendig seien nachhaltige und zukunftsorientierte Finanzierungswege, die den Transformationsaufgaben der Häfen gerecht würden. Aus militärischer Sicht wurde die fundamentale Bedeutung der Häfen ebenfalls untermauert. Oberst i.G. Armin Schaus, Abteilungsleiter „Zivil-militärische Zusammenarbeit“ im operativen Führungskommando der Bundeswehr: „Wirtschaft muss auch in der Krise funktionieren. Die Häfen sind dabei zentral.“
Unterstützung für diese Forderung kam aus den Reihen der Politik von Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus: „Wir brauchen dringend mehr Investitionen in die deutschen Häfen, weil für uns als Exportnation viel davon abhängt. Dazu gehört auch eine Flexibilisierung beim Sondervermögen.“
Das Credo der Vertreterinnen und Vertreter der Allianz war eindeutig: „Die Bedeutung der Häfen für Deutschland steht in keinem Verhältnis zur bisherigen Beteiligung des Bundes an ihrer Finanzierung. Wer von leistungsfähigen Häfen profitiert, muss sich auch an ihrer Zukunftssicherung beteiligen.“