„Allianz Wasserstraße“ gegründet

16.06.2026 09:56 Uhr | Lesezeit: 2 min
„Allianz Wasserstraße“ gegründet
Bei der Unterzeichnung der Gründungsdokumente: Steffen Bauer (CEO der HGK-Gruppe, o. l.), Markus Bangen (Vorstandsvorsitzender des Duisburger Hafens, o. r. ),  Michael de Reese (CEO Rhenus Port Logistics, u. l.) und Thomas Bogler (Mitglied des Verwaltungsrates bei Viking Cruises, u. r.). 
© Foto: Duisport/Marco Stepniak

Die neu gegründete „Allianz Wasserstraße“ will als branchenübergreifender Zusammenschluss führender Unternehmen die Position von Binnenhäfen und -schifffahrt stärken und sich so für mehr Gleichberechtigung unter den Verkehrsträgern einsetzen.

Gemeinsam für die Wasserstraße: Der Duisburger Hafen, die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), Rhenus Logistics sowie Viking Cruises haben am 15. Juni 2026 die „Allianz Wasserstraße“ gegründet. Damit wollen führende Akteure der deutschen Binnenhäfen und -schifffahrt ihre Expertise und ihr wirtschaftliches Gewicht bündeln, um die Wasserstraße als zentrale Säule für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und klimafreundliche Logistikketten zu stärken. Ziel ist es, den strategischen Vorteil leistungsfähiger Wasserstraßen langfristig zu sichern – durch eine stringente Interessenvertretung und konkrete Lösungsangebote für eine robuste, leistungsfähige Infrastruktur.

Ziel: verkehrspolitische Relevanz stärken

Unerlässlich für die Stärkung der verkehrspolitischen Relevanz sei die Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige und verlässliche Infrastruktur, sind die Partner überzeugt. Ebenso im Fokus stehen IT-Themen, um mittels Digitalisierung Transportketten zu optimieren und dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. Zusätzlich arbeitet die Initiative an der Skalierung klimafreundlicher Transporte und der Effizienzsteigerung in den Verkehrsströmen.

Zudem will die Allianz den Austausch mit Verbänden und Organisationen entlang der gesamten Lieferkette vorantreiben, damit dank abgestimmter Positionen das Zusammenspiel der Verkehrsträger gestärkt wird. Darüber hinaus will sie aktiv den Dialog mit Industriekunden und Zivilgesellschaft für ein breiteres Meinungsbild und die Koordination der Branchenwünsche suchen.

Mit diesem Anspruch versteht sich die Allianz nicht als Gegenmodell, sondern als Ergänzung bestehender Verbandsstrukturen, heißt es in der Pressemitteilung. Sie will einen zusätzlichen Rahmen für Austausch und Umsetzung bieten, bewusst die Tür für Verbände öffnen und die relevanten Fragen gemeinsam adressieren. Dabei will sie kraftvoll und einheitlich gegenüber politischen Entscheidungsträgern im Bund und in Europa auftreten, um der Wasserstraße die Sichtbarkeit und Priorität zu verschaffen, die ihrer strategischen Bedeutung entspricht.

Unterstützung aus der Politik

Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, betont im Kontext der Allianz-Gründung: „Wasserstraßen und Binnenhäfen leisten einen enorm wichtigen Beitrag für die Versorgung der Menschen und die Logistik der Wirtschaft. Eine gut funktionierende Binnenschifffahrt ist von zentraler Bedeutung für die industrielle Zukunft Nordrhein-Westfalens und ihr Potenzial ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Ich begrüße sehr, dass mit der ‚Allianz Wasserstraße‘ eine innovative Partnerschaft führender Akteure entstanden ist, deren Ziel es ist, die Bedeutung der Binnenschifffahrt weiter zu stärken und zu fördern.“

Ergänzend kommentiert Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr: „Die Gründung der ‚Allianz Wasserstraße‘ unterstreicht die hohe Bedeutung eines leistungsfähigen Systems Wasserstraße-Schiff-Hafen als Grundvoraussetzung für resiliente, klimafreundliche Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts. Der gezielte Substanzerhalt der bestehenden Wasserstraßeninfrastruktur muss dabei ebenso im Fokus stehen wie die Transformation der Binnenschifffahrt. Die Allianz bündelt wichtige Kräfte aus Wirtschaft und Praxis, um die Bedeutung der Wasserstraße im Verkehrssystem nachhaltig zu stärken.“

Offen für weitere Kooperationspartner

Die Initiatoren werden nach der Gründung die formelle Ausgestaltung der Allianz weiter vorantreiben und abstimmen. Die Kooperation steht allen an verkehrsträgerübergreifenden Transportketten beteiligten Unternehmen offen, insbesondere Industrie- und Handelsunternehmen als Verladern sowie relevanten Verbänden, Umwelt- und Branchenorganisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen. Ziel ist eine breit verankerte, wirtschaftsorientierte Plattform, die auf nationaler und europäischer Ebene wirkungsvoll Einfluss nimmt und so die Zukunft des Systems Wasserstraße nachhaltig mitgestaltet.

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