Die Entscheidung falle der Stadt nicht leicht, erklärte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD), denn sie unterstütze ausdrücklich die Feste Fehmarnbeltquerung und eine leistungsfähige Schienenverbindung zwischen Deutschland und Dänemark. Dennoch müsse nach Ansicht der Stadt der Planfeststellungsbeschluss geändert werden, um eine Verschlechterung der Bahnqualität im Nah- und Fernverkehr sowie im Güterverkehr zu vermeiden. Das betreffe insbesondere die schienenseitige Hinterlandanbindung des Port of Lübeck. Die Klagefrist ende am Montag.
In diesem Kontext machte Lindenau darüber hinaus deutlich: „Die Haltung des Bundes und der Deutschen Bahn lässt uns keine andere Möglichkeit, als unsere kommunalen Rechte und die Erreichbarkeit sowie das Fortbestehen unserer kommunalen Hafeninfrastruktur gerichtlich zu sichern.“
Aus Sicht der Hansestadt sind für die Erreichbarkeit der Lübecker Häfen insbesondere ein drittes und viertes Gleis nördlich des Hauptbahnhofs sowie ausreichende Durchfahrmöglichkeiten für Güterzüge zwingend erforderlich. „Es kann nicht sein, dass ein europäisches Jahrhundertprojekt einen bereits hoch ausgelasteten Knoten zusätzlich belastet, ohne zugleich die erforderlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen“, betonte Bausenatorin Joanna Hagen.
Tunnel zwischen Puttgarden und Rødbyhavn erst nach 2030 fertig
Zwischen Puttgarden auf der Ostseeinsel Fehmarn und dem dänischen Rødbyhavn entsteht derzeit ein 18 Kilometer langer Unterwassertunnel. Die Fertigstellung des Bauwerks ist nach Angaben der Betreibergesellschaft Femern A/S voraussichtlich erst nach 2030 geplant. Durch den Tunnel sollen einmal eine vierspurige Autobahn sowie Gleise führen. Autos werden etwa zehn Minuten für die Reise durch den Fehmarnbelt benötigen, Züge etwa sieben. Das Projekt gilt den Angaben zufolge als eines der größten Infrastrukturprojekte Europas.