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Bremer Reeder: Angriffe im Roten Meer verurteilt

29.05.2024 13:31 Uhr | Lesezeit: 2 min
Brehmer Rederverein (Bremerhaven)
Der Bremer Rhederverein stellte dem gemeinsamen Hafenstandort Bremen / Bremerhaven ein gutes Zeugnis aus.
© Foto: Brehmer Reederverein

Michael Vinnen, Vorsitzer des Bremer Rhedervereins, lud am 28.05.2024 zu einem Pressegespräch mit dem Vorstand des Vereins. Dort fand er deutliche Worte zu den Angriffen der Huthi-Rebellen auf die freie Handelsschifffahrt im Roten Meer und bezog zum Thema Klimaschutz-Regelungen Stellung

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Die Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer gefährdeten die Gesundheit und das Leben von unschuldigen Seeleuten und behindern den freien Austausch von Waren über See, so Michael Vinnen: „Sollte es Schule machen, dass Rebellen oder Küstenstaaten, aus welchen Gründen auch immer, die freie Seeschifffahrt derart bedrohen, hätte dies katastrophale Auswirkungen auf die internationale Wirtschaft und den Wohlstand auf der ganzen Welt", warnte er. Betroffen wären auch die Entwicklungs- und Schwellenländer, denen die Möglichkeit genommen würde, Teil der Weltwirtschaft zu werden und Wohlstand durch Handel zu generieren. Keine Chance zur Entwicklung, eventuell sogar Not und Hunger großen Ausmaßes wären die Folgen. Schiffe könnten zur Zeit nicht mehr sicher durch den Suez-Kanal fahren und müssten lange Umwege um das Kap der Guten Hoffnung in Kauf nehmen. Michael Vinnen räumte ein, das habe positive Auswirkungen auf die Frachtraten, weil mehr Schiffe benötigt würden. Eine freie Handelsschifffahrt ohne militärische Bedrohungen sei aber wesentlich wichtiger als kurzfristige Markteffekte.

EU-Emission-Trading-System

Laut Michael Vinnen unterstützten die Reeder im Bremer Rhederverein das Ziel der internationalen Reederschaft, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Dazu gebe es viele Vorgaben von der International Maritime Organization (IMO), die weltweit gälten. Er kritisierte, dass die EU darüber hinaus die Schifffahrt mit zahlreichen regionalen Vorgaben belaste. So sei die Schifffahrt seit diesem Jahr zusätzlich in ihren Emissionshandel (EU-ETS) einbezogen: "Wie nicht anders zu erwarten, ist daraus ein Bürokratiemonster geworden. Außerdem fehlt in Deutschland die gesetzliche Umsetzung der EU-Vorgabe immer noch, obwohl die Regeln schon in Kraft sind.“ Die Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten für jede Tonne CO² gilt für Strecken zwischen EU-Häfen. Zwischen EU-Häfen und dem letzten oder ersten Nicht-EU-Häfen werden die Emissionen zu 50 Prozent der gesamten Strecke veranschlagt. Die Verbrauchsdaten seien an ein spezielles Portal der EU zu melden. Die Reeder müssten einen Tradingpartner auswählen, sich bei der Deutschen Emissionshandelsstelle registrieren lassen und ein Maritimes Operator-Holding-Konto eröffnen. Viele Verträge mit Charterern seien unter schwierigen Verhandlungen anzupassen. Die Bremer Reeder fordern im Einklang mit den deutschen Reedern, dass die Mittel, die durch die Emissionsabgaben in den Bundeshaushalt fließen, direkt für Dekarbonisierungsprojekte in der Schifffahrt genutzt werden. Vinnen: „Ein guter Weg wäre es, den Kostennachteil für emissionsfreie Treibstoffe mit diesen Mitteln auszugleichen.“

(pm / hey)

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