Sinkende Frachtraten drücken Ergebnis von Hapag-Lloyd

26.03.2026 14:43 Uhr | Lesezeit: 3 min
Hapag-Lloyd, Containerschiff
Hapag-Lloyd-Gewinn bricht ein
© Foto: Jochen Tack/Jochen Tack/dpa/picture alliance

Hapag-Lloyd hat 2025 wegen sinkender Frachtraten deutlich weniger verdient. Für 2026 schließt die Reederei sogar Verluste nicht aus.

Die Hamburger Reederei Hapag‑Lloyd hat im vergangenen Geschäftsjahr einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnet. Sinkende Frachtraten sowie gestiegene Kosten belasteten das Ergebnis. Bei einem Umsatz von rund 18,6 Milliarden Euro erzielte das Unternehmen ein Konzernergebnis von 924 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Hapag‑Lloyd bei einem Umsatz von gut 19 Milliarden Euro noch knapp 2,4 Milliarden Euro verdient.

Dividende von drei Euro je Aktie geplant

Trotz des Gewinnrückgangs bezeichnete Vorstandschef Rolf Habben Jansen das Jahr 2025 als operativ erfolgreich. Die Transportmenge sei gesteigert worden, zudem habe Hapag‑Lloyd besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung daher eine Dividende von 3,00 Euro je Aktie vorschlagen. Insgesamt entspräche dies einer Ausschüttung von rund 500 Millionen Euro.

Ausblick durch geopolitische Risiken belastet

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand jedoch ein deutlich schwierigeres Umfeld. Bereits zu Jahresbeginn hätten ungünstige Wetterbedingungen das Geschäft beeinträchtigt. Hinzu kämen erhebliche Störungen durch den Konflikt im Nahen Osten, die das Netzwerk belasten und die operativen Kosten spürbar erhöhen.

Auch Verluste nicht ausgeschlossen

Vor diesem Hintergrund rechnet Hapag‑Lloyd für 2026 mit einem deutlich schwächeren Ergebnis. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) könnte laut Prognose zwischen minus 1,3 Milliarden Euro und plus 400 Millionen Euro liegen. Die Entwicklung bleibe angesichts stark schwankender Frachtraten und der geopolitischen Lage mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, teilte das Unternehmen mit.

Linienschifffahrt: Mehr Menge, aber weniger Ertrag

Im Segment Linienschifffahrt sank der Umsatz im vergangenen Jahr um rund 490 Millionen Euro auf knapp 18,3 Milliarden Euro. Das EBIT brach von 2,5 Milliarden Euro auf rund 890 Millionen Euro ein. Gleichzeitig stieg die Transportmenge um acht Prozent auf 13,5 Millionen Standardcontainer (TEU).

Die durchschnittliche Frachtrate ging infolge wachsender Kapazitäten und zunehmender Handelsungleichgewichte um acht Prozent auf 1.191 Euro je Container zurück. Zusätzlich belasteten operative Störungen durch neue Zollpolitiken, anhaltende Sicherheitsprobleme im Roten Meer sowie überlastete Häfen das Ergebnis.

Terminal- und Infrastrukturgeschäft mit gemischter Entwicklung

Im Bereich Terminal und Infrastruktur, an dem Hapag‑Lloyd an 21 Containerterminals in Europa, Lateinamerika, den USA, Indien und Nordafrika beteiligt ist, stiegen die Umsätze um 54 Millionen Euro auf 455 Millionen Euro. Das EBIT sank dagegen um acht Millionen Euro auf 58 Millionen Euro. Gründe waren laut Unternehmen operative Herausforderungen sowie Anlaufkosten.

Global aufgestellt mit großer Flotte

Hapag‑Lloyd beschäftigt weltweit rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist in 140 Ländern mit etwa 400 Büros vertreten und betreibt 133 Liniendienste zwischen mehr als 600 Häfen. Die Flotte umfasst 301 Containerschiffe mit einer Transportkapazität von 2,5 Millionen TEU. Der Containerbestand beläuft sich auf 3,7 Millionen TEU.

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