SBO setzt auf Schiene und Kombinierten Verkehr

05.02.2026 09:14 Uhr | Lesezeit: 3 min
Albert-Hafen in Dresden
Der Alberthafen in Dresden setzt erfolgreich auf den Umschlag von der Straße auf die Schiene. 
© Foto: SBO

Trotz der weiterhin angespannten Wirtschaftslage in Deutschland und Europa zieht die Hafengesellschaft Sächsische Binnenhäfen Oberelbe (SBO) eine positive Bilanz für das Jahr 2025.

In den drei sächsischen Häfen Dresden, Riesa und Torgau steigerte die Hafengesellschaft Sächsische Binnenhäfen Oberelbe (SBO) ihren Güterumschlag um 4,27 Prozent. Die Umschlagmengen der in den Häfen ansässigen Unternehmen entwickelten sich stabil und lagen trotz der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung auf dem Niveau des Vorjahres, heißt es in einer Pressemitteilung. Insgesamt wurden im SBO-Hafenverbund 2,53 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs wird die SBO das Geschäftsjahr 2025 mit einem positiven Jahresergebnis abschließen und damit ihre wirtschaftlichen Zielsetzungen erreichen.

Insbesondere die stabilen Entwicklungen im Schienengüterverkehr und im Kombinierten Verkehr unterstreichen die strategische Bedeutung der trimodalen Hafenstandorte. Der Eisenbahngüterumschlag stieg um 1,85 Prozent auf 1,23 Millionen Tonnen und übertraf damit sogar das sehr gute Vorjahresergebnis, das zu den besten in der Geschichte des Hafenverbundes zählte. Zu diesem Wachstum haben maßgeblich die Häfen Dresden (+ 2,75 Prozent), Riesa (+ 2,53 Prozent), Torgau (+ 200,14 Prozent) und Decin (+ 9,59 Prozent) beigetragen. Umgeschlagen wurden vor allem Trailer, Holzprodukte, Schrott, Getreide, Sojaschrot, Düngemittel und Salz.

Folgen der eingestürzten Carolabrücke

Eine besondere Herausforderung stellte im Jahr 2025 die Situation der Binnenschifffahrt auf der Oberelbe dar. Die bis August andauernde Beräumung der eingestürzten Carolabrücke und das anschließende Niedrigwasser führten zu erheblichen Einschränkungen des Schiffsverkehrs. Zusätzlich verschärfte sich die bereits angespannte Verfügbarkeit von Schiffsraum auf der Oberelbe. Der Güterumschlag per Binnenschiff sank dadurch auf rund 13.000 Tonnen.

Besonders stark betroffen waren die tschechischen Häfen Decin und Lovosice, in denen nahezu kein Schiffsumschlag möglich war. Zusätzlich kam es mehrfach zu längerfristigen Gleissperrungen an der deutsch-tschechischen Grenze, sodass die tschechischen Häfen einen Umschlagrückgang von etwa neun Prozent verzeichnen.

Diese Entwicklungen bremsten das Jahresergebnis des Hafenverbundes und verdeutlichen zugleich die Bedeutung leistungsfähiger Alternativen im Kombinierten Verkehr. Gleichzeitig ist es dringend erforderlich, den verfügbaren Schiffsraum auf der Oberelbe wieder zu erhöhen, um der steigenden Nachfrage nach Binnenschiffstransporten gerecht zu werden. Hierfür erarbeitet die SBO in Zusammenarbeit mit Partnern entsprechende Lösungsansätze.

Wachsende Nachfrage nach kombinierten Verkehrsangeboten

Ein starkes Signal für die zunehmende Bedeutung nachhaltiger Transportlösungen setzte der Trailerport im Alberthafen Dresden. Im Jahr 2025 wurden hier 26.817 Trailer mit einem Gesamtvolumen von mehr als 667.000 Tonnen von der Straße auf die Schiene verladen. Das entspricht einem Zuwachs von 31,64 Prozent (+ 6.446 Trailer) im Vergleich zum Vorjahr.

Positive Entwicklung am Hafen Riesa

Positiv entwickelte sich der Containerumschlag im Hafen Riesa. Insgesamt wurden 26.763 TEU umgeschlagen – ein Plus von 387 TEU (+ 1,47 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus bietet die SBO im Hafen Riesa umfassende logistische Dienstleistungen in ihrer temperaturgeführten Containerservicehalle an. Das Portfolio umfasst Reparaturen, Reinigung, Be- und Entlabelung, individuelle Spezialanfertigungen und Sondereinbauten sowie den Handel und Verkauf von Containern.

Mit Blick in die Zukunft setzt die SBO am Standort Riesa ein klares Investitionssignal: Bis 2028 ist der Bau eines neuen trimodalen Terminals für den Kombinierten Verkehr auf der Südseite des Hafens vorgesehen. Das Terminal soll eine Umschlagkapazität von bis zu 100.000 TEU pro Jahr erreichen. Geplant sind sechs Ladegleise für den Schienengüterverkehr, Containerumschlag- und Abstellflächen, zwei Containervollportalkräne für den Umschlag zwischen Binnenschiff, Eisenbahn und LKW sowie Straßenanbindungen für den Lkw-Zubringerverkehr. Begleitend werden umfassende Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner sowie Retentionsausgleichsmaßnahmen umgesetzt. Mit diesem Projekt stärkt die SBO nachhaltig ihre Infrastruktur und schafft die Grundlage für weiteres Wachstum im kombinierten Verkehr.

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