Finanzierung der Seehäfen neu regeln

17.06.2026 08:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
JadeWeserPort Wilhelmshaven erhöht Hafengebühren
Die Seehäfen und die fünf Küstenländer fordern eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Häfen
© Foto: x-way-pix/gettyimages

In einem Brief an das Kanzleramt drängen die Seehäfen und die Küstenländer auf eine Neuregelung der Hafenfinanzierung und eine damit verbundene stärkere Beteiligung des Bundes.

Die Seehäfen und die fünf Küstenländer drängen das Kanzleramt, die Finanzierung der Seehäfen neu zu regeln. In einem Positionspapier fordern sie eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Häfen, berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“. Den Investitionsbedarf beziffern sie auf rund 15 Milliarden Euro. „Dieser ist das Ergebnis einer über lange Zeit unzureichenden Finanzierung, die mit den gewachsenen Anforderungen an die Seehäfen nicht Schritt gehalten hat“, heißt es dort weiter.

Seehäfen übernehmen Aufgaben für die ganze Bundesrepublik

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat zudem einen Brief an Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) verfasst. Der Brief nimmt Bezug auf die Nationale Maritime Konferenz. Auf dieser Konferenz im April wurden laut dem Verband keine Fortschritte erzielt, die Finanzierung neu zu regeln. Der ZDS und die Länder begründen ihre Position damit, dass die Seehäfen ihrer Ansicht nach Aufgaben für die ganze Bundesrepublik übernehmen. ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger nannte als Stichpunkte die Energiewende, Sicherheit und Verteidigung.

Mehr Mittel, um den Investitionsstau abzubauen

Es sei nicht tragfähig, die Finanzierung der Häfen nahezu allein den Ländern zu überlassen, heißt es in dem Papier. Daher fordern die Absender eine Finanzreform: Als „Grundfinanzierung“ würden die Häfen demnach bis zu 500 Millionen Euro im Jahr benötigen, etwa um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ferner sollten etwa über Projekte die benötigten 15 Milliarden Euro bereitgestellt werden, um den „Investitionsstau“ abzubauen.

Seehäfen sind grundsätzlich Ländersache

Der ZDS und die Küstenländer beklagen seit Jahren eine strukturelle Unterfinanzierung der Seehäfen. Die Bundesregierung zahlt den Ländern jährlich 38,3 Millionen Euro, was auch „Hafenlastenausgleich“ genannt wird. Die finanzielle Beteiligung des Bundes wurde zuletzt 2005 angepasst. Grundsätzlich sind die Länder dafür zuständig, die Seehäfen instand zu halten. Diskutiert wird die Frage, ob es eine Verfassungsänderung braucht, um die jährliche Zahlung neu zu regeln. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht rechtliche Hürden, wie er auf der Nationalen Maritimen Konferenz sagte. Gleichzeitig kündigte er an, die Häfen unterstützen zu wollen.

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www.schifffahrtundtechnik.de ist das Online-Portal der achtmal jährlich erscheinenden Zeitschrift Schifffahrt und Technik. Schwerpunktthemen sind Schifffahrt und Binnenschifffahrt, Transport und Logistik im Hafen und intermodaler Verkehr zwischen See- und Binnenhäfen. Praxiserfahrene Journalisten recherchieren vor Ort und schreiben Klartext zu Logistik in See- und Binnenhäfen, kombiniertem Verkehr, Reedereien, Güterverkehr und Schwerlastlogistik.