DIHK warnt vor langen Wirtschaftsfolgen des Iran-Kriegs

24.03.2026 14:37 Uhr | Lesezeit: 3 min
Iran-Krieg, an der Straße von Hormus stauen sich die Tankschiffe, wie man hier an einem Schiff-Tracker (Vesselfinder) auf einem Handy sehen kann.
Iran-Krieg: Wirtschaftliche Folgen dürften Monate anhalten
© Foto: Bernd Feil/M.i.S./picture alliance

Die DIHK rechnet auch nach einem Ende des Iran-Kriegs mit monatelangen wirtschaftlichen Folgen. Höhere Ölpreise und Handelsstörungen drohen.

Selbst bei einer raschen Beendigung des Iran‑Kriegs rechnet die Deutsche Industrie‑ und Handelskammer (DIHK) mit längerfristigen wirtschaftlichen Belastungen. Die Auswirkungen würden nicht sofort verschwinden, sagte DIHK‑Außenwirtschaftschef Volker Treier in Berlin. Nach Einschätzung von Experten könne es Wochen, teils sogar Monate dauern, bis sich die Lage wieder normalisiere.

Schäden an Energieinfrastruktur belasten Märkte

Als Gründe nannte Treier unter anderem zerstörte Anlagen zur Suche und Förderung von Gas in der Region sowie Probleme beim Transport von Energie über den Seeweg. Hinzu kämen Produktionsausfälle in wichtigen Förderländern wie Saudi‑Arabien, Katar, Kuwait und dem Irak.

Ölpreise könnten deutlich steigen

Mit Blick auf die Energiepreise hält Treier einen länger anhaltenden Anstieg für wahrscheinlich. Es sei nicht unrealistisch, dass sich das Ölpreisniveau über einen längeren Zeitraum um 40 bis 50 Prozent erhöhe. Dies würde sich auch spürbar auf die Inflation auswirken. Ein Anstieg der Inflationsrate um rund einen halben Prozentpunkt gegenüber dem Niveau vor dem Krieg sei schnell erreicht.

Lieferketten weiter unter Druck

Zusätzliche Belastungen entstehen laut DIHK durch gestörte Lieferketten. So wirkten sich unter anderem die Blockade der Straße von Hormus sowie Einschränkungen am Luftfracht‑Drehkreuz Dubai negativ aus. Diese Faktoren verschärften die ohnehin angespannte Lage im internationalen Handel.


Deutschlands Exportwirtschaft verliert an Dynamik

Besonders hart trifft die Situation nach Einschätzung der DIHK die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Treier verwies darauf, dass das Wachstum Deutschlands bereits seit Jahren unter Problemen im Welthandel leide. Seit 2019 habe es faktisch kein nennenswertes Wirtschaftswachstum gegeben. Bis zum Jahresbeginn sei das Bruttoinlandsprodukt in diesem Zeitraum lediglich um 0,2 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Die Weltwirtschaft wuchs im selben Zeitraum um 18 Prozent, die USA um 16 Prozent, Italien um 6 Prozent und Frankreich um 5 Prozent.

Appell für neue Handelsabkommen

Um neue Impulse zu setzen, sprach sich Treier für einen Ausbau der Handelsbeziehungen aus. Wo immer möglich, sollten zusätzliche Märkte erschlossen werden. Als Beispiele nannte er das geplante Mercosur‑Abkommen mit Südamerika sowie das kürzlich vereinbarte Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Australien.

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