100‑Millionen‑Projekt: Zukunft der Elbbrücke offen

19.05.2026 13:20 Uhr | Lesezeit: 3 min
Norderelbbrücke über die ein Lkw fährt
Der Plan für Elbbrücke sorgt weiter für politischen Streit 
© Foto: hristian Ohde / chromeorange / picture alliance

Das Planfeststellungsverfahren für die Elbbrücke bei Neu Darchau ist abgeschlossen. Politik streitet über Kosten, Nutzen und Alternativen wie den Ausbau des Fährverkehrs.

Das Planfeststellungsverfahren für die geplante Elbbrücke in Neu Darchau im Landkreis Lüchow‑Dannenberg ist abgeschlossen. Die entsprechenden Unterlagen werden ab sofort öffentlich ausgelegt und können für zwei Wochen eingesehen werden.

Mit der Veröffentlichung endet ein langjähriges Genehmigungs‑ und Beteiligungsverfahren für das Infrastrukturprojekt. Geplant ist eine feste Elbquerung zwischen Darchau (Gemeinde Amt Neuhaus) und Neu Darchau, die die bestehende Fährverbindung ergänzen oder perspektivisch ersetzen soll. Der Landkreis Lüneburg tritt dabei sowohl als Antragsteller als auch als Genehmigungsbehörde auf.

Politischer Streit über Sinn und Kosten

Das Vorhaben ist politisch umstritten. Vertreter der Landesregierung sehen das Projekt zunehmend kritisch – insbesondere mit Blick auf die gestiegenen Kosten, die inzwischen auf rund 100 Millionen Euro geschätzt werden.

Aus Sicht der Grünen fehlt eine belastbare Wirtschaftlichkeitsbewertung sowie ein nachvollziehbarer Vergleich mit einer Verbesserung der bestehenden Fährverbindungen. Zudem wird auf die Eingriffe in Natur und Landschaft verwiesen.

Fokus auf Fähroption und Mobilität vor Ort

Die Landesregierung setzt stattdessen auf die Weiterentwicklung des Fährverkehrs, etwa durch neue und besser an Niedrigwasser angepasste Verbindungen. Ziel sei eine schnelle, verlässliche und bezahlbare Mobilität für die Bevölkerung – ohne den Bau einer Brücke.

Auch im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die Optimierung des Fährbetriebs Vorrang vor einem Brückenneubau hat.

CDU sieht Finanzierung als machbar

Die CDU bewertet das Projekt dagegen deutlich positiver. Sie verweist darauf, dass sich die Kosten bei weiterem Zögern eher erhöhen dürften und hält die Finanzierung – etwa durch Mittel aus dem Bundes‑Sondervermögen – für realistisch.

Aus ihrer Sicht könnte die Brücke langfristig die regionale Erreichbarkeit verbessern und strukturelle Nachteile ausgleichen.

Bedeutung für Verkehr und Region

Die geplante Querung würde erstmals eine dauerhafte Verbindung über die Elbe in diesem Abschnitt schaffen. Für die Region hätte das potenziell Auswirkungen auf:

  • Pendlerverkehre
  • Wirtschaftsansiedlungen
  • Erreichbarkeit im ländlichen Raum

Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, hängt nun von der weiteren politischen Bewertung, der Finanzierung sowie möglichen Klagen ab.

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