Der Hafen von Tilbury in Essex hat den ersten mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebenen ReachStacker Großbritanniens in seinen Containerumschlag aufgenommen. Die von Hyster und dem Vertragshändler Briggs Equipment gelieferte Maschine wird im realen Hafenbetrieb eingesetzt und ist dort vollständig betriebsbereit.
Mit dem Projekt will der zur Forth Ports Group gehörende Hafen die Emissionen des Betriebs zu senken: Konkret soll der Einsatz des Wasserstoff-ReachStackers soll die CO₂-Bilanz des Hafens von Tilbury um mehr als 107.000 Kilogramm CO₂ pro Jahr verbessern. Die Hafengruppe verfolgt das Ziel, bis 2042 Netto-Null-Emissionen bei Treibhausgasen zu erreichen. Der mit grünem Wasserstoff betriebene ReachStacker ist ein Baustein auf dem Weg zu einem emissionsärmeren Containerumschlag.
„Der heutige Tag ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Hafens von Tilbury, da wir den ersten mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebenen ReachStacker Großbritanniens in unseren geschäftigen Containerumschlagbetrieb aufnehmen“, sagt David Housden, Head of Engineering & Procurement im Hafen von Tilbury. „Dank der Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern Hyster und Briggs Equipment in den letzten zwei Jahren können wir unseren Kunden nun Schwerlasttransportkapazitäten bereitstellen, die zu 100 Prozent mit grünem Wasserstoff betrieben werden.“
Wie funktioniert der Wasserstoff-ReachStacker?
Der Hyster-ReachStacker verfügt über einen Brennstoffzellenmotor von Nuvera mit einer Leistung von 60 kW. Die Brennstoffzelle wandelt den mitgeführten Wasserstoff in elektrische Energie um und versorgt damit eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 130 kWh.
Die Maschine nutzt die standardisierte Softwarearchitektur, die Hyster auch in anderen elektrisch angetriebenen Flurförderzeugen einsetzt. Das Brennstoffzellensystem wurde auf Grundlage früherer Pilotprogramme weiterentwickelt. Zu den vorausgegangenen Projekten gehört ein HFC-ReachStacker-Pilotversuch im spanischen Valencia, der im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde. Die dort gewonnenen Erkenntnisse flossen nach Angaben von Hyster und Nuvera in die Optimierung und Dimensionierung des Systems für Tilbury ein.
32 Kilogramm Wasserstoff für eine Zwölf-Stunden-Schicht
In Hochdrucktanks führt der ReachStacker bis zu 32 Kilogramm Wasserstoff mit. Diese Speicherkapazität soll lange Einsatzzeiten und eine hohe Produktivität über eine vollständige Zwölf-Stunden-Schicht ermöglichen. Die Betankung des Fahrzeugs dauert laut Hyster weniger als 30 Minuten. Der dafür benötigte grüne Wasserstoff wird mithilfe eines Elektrolyseurs von GeoPura erzeugt.
Der Hafen von Tilbury kann die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie in anspruchsvollen Hafenanwendungen nun evaluieren und zugleich die betriebliche Produktivität aufrechterhalten.