Nach einem mehrmonatigen Praxistest hat der Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH) eine neue Umschlagmaschine vom Typ 875 R Hybrid E-Serie des Herstellers Sennebogen in Betrieb genommen. Die Maschine besitzt ein Raupenfahrwerk, arbeitet mit einem nachhaltigen System zur Energierückgewinnung und ist speziell für den Einsatz im RFH mit einem 30 Meter langen Ausleger ausgestattet, heißt es in einer Pressemitteilung.
„Die größte jetzt im Hafen verfügbare Auslage einer Umschlagmaschine versetzt uns in die Lage, auch Schiffe mit Ladekapazitäten von über 15.000 Tonnen effizient abzufertigen“, erläutert Sven Köppen, Leiter Hafenwirtschaft beim RFH. Im zweitgrößten Rostocker Hafen können Frachter bis zu einer Länge von 180 Metern festmachen. Je nach Bedarf mit Zweischalen- beziehungsweise Holzgreifer ausgerüstet, werden mit der neuen Maschine vor allem Dünger, Rundholz und Holzhackschnitzel umgeschlagen.
Güterumschlag steigt auf 730.000 Tonnen
Für die ersten neun Monate 2026 meldet der RFH einen Güterumschlag von ca. 730.000 Tonnen (1. bis 3. Quartal 2025: ca. 690.000 Tonnen). Dabei sorgen die beiden Hauptgutarten Holz und Düngemittel für eine robuste Grundauslastung des Hafens. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt ca. 437.000 Tonnen Rundholz und Holzhackschnitzel umgeschlagen. Bei Düngemitteln belief sich das Aufkommen bis dato auf insgesamt ca. 226.000 Tonnen.
„Wir steuern auf ein ähnlich hohes Jahresergebnis wie 2025 zu“, prognostiziert RFH-Geschäftsführer Steffen Knispel. Zum Ende 2025 standen insgesamt ca. 952.000 Tonnen see- und landseitig umgeschlagener Güter zu Buche. Gelungen ist dies „in einem zuletzt schwieriger gewordenen politischen und Marktumfeld“, betont der Hafenchef. Unsicherheiten auf dem Markt, ausgelöst durch multiple globale Krisen, erschweren es unter anderem, das jährliche Ladungsaufkommen in den verschiedenen Gutarten zu kalkulieren.
Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Immobilien
Schwerpunkte bei den Investitionen sind die Ertüchtigung des hafeneigenen Schienennetzes, die weitere Digitalisierung der Betriebsabläufe und die Modernisierung von Gewerbeimmobilien. Zum Beispiel ist kürzlich die umfassende Sanierung des Gebäudes 206 abgeschlossen worden. Zu Monatsbeginn Oktober hat das Betriebsarztzentrum (BAZ) das Obergeschoss des Gebäudes bezogen, das über insgesamt 22 Büroräume verfügt. Damit ist die zweistöckige Immobilie komplett vermietet.
Bereits im Frühjahr hatte die DB Services, eine Tochterfirma der Deutschen Bahn, ihr neues Quartier im Erdgeschoss eröffnet. Dies war komplett entkernt worden und erhielt einen neuen Zuschnitt für Büros, Umkleideräume und Lagerflächen.