Deutsche Seehäfen: Verdi und ZDS einigen sich auf neuen Tarifvertrag

06.10.2026 17:22 Uhr | Lesezeit: 1 min
Nahaufnahme eines Handschlags zwischen zwei Personen in Anzügen
Nach vier Verhandlungsrunden haben sich Verdi und die Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag für die Seehäfen verständigt
©Foto: ASDF/stock.adobe.com

Verdi und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) haben sich auf einen Tarifabschluss für die Beschäftigten in sechs deutschen Seehäfen geeinigt.

Die Tarifrunde in den deutschen Seehäfen ist beendet. Verdi und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) haben sich in der vierten Verhandlungsrunde auf einen neuen Tarifvertrag verständigt.

Der Abschluss betrifft rund 11.000 Beschäftigte in den Häfen Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Bremen, Brake und Emden. Er folgt auf mehrere Warnstreiks während der Verhandlungen.

Tarifabschluss bringt höhere Löhne und Urlaubsgeld

Die Einigung sieht dabei folgendes vor: Die Stundenlöhne sollen rückwirkend zum August um 3,4 Prozent steigen, wie die Tarifparteien mitteilten. Das Urlaubsgeld soll für alle um 200 Euro erhöht werden.

Neben den allgemeinen Lohnerhöhungen enthält die Einigung weitere finanzielle Verbesserungen für einzelne Beschäftigtengruppen. Beschäftigte in den umsatzstarken Containerbetrieben („A-Betriebe“) sollen ab Januar 2027 zusätzlich eine um 416 Euro erhöhte Jahrespauschale erhalten. Die Vertragslaufzeit beträgt ein Jahr.

Der Arbeitgeberverband ZDS habe mehrfach betont, dass das Volumen aus seiner Sicht damit ausgereizt sei, so Verdi. Man habe auf Basis einer Mitgliederbefragung und der Berücksichtigung der Gesamtsituation die Annahme beschlossen.

Vier Verhandlungsrunden bis zur Einigung

Der Abschluss ist das Ergebnis mehrerer Verhandlungsrunden zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. Die Verhandlungen hatten im Juli in Bremen begonnen. Verdi forderte für die rund 11.000 Beschäftigten 8,2 Prozent höhere Stundenlöhne bei einer Laufzeit von einem Jahr. Insgesamt gab es vier Verhandlungsrunden.

Die Verhandlungen betrafen die sechs Seehäfen Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Bremen, Brake und Emden. Die Seehäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven sind gemessen am Umschlag die wichtigsten Häfen des Landes. Dort stehen große Containerterminals.

Warnstreiks begleiteten die Tarifrunde

Begleitet wurden die Verhandlungen von Arbeitskampfmaßnahmen in mehreren Häfen. Während der Tarifrunde kam es zu Warnstreiks, die den Umschlag in den Häfen einschränkten. Zu einem ersten Warnstreik an den sechs Seehäfen kam es im August. Im September legten Hafenarbeiter in Hamburg die Arbeit nieder.

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