Bahnchefin Evelyn Palla will künftig pro Jahr 500 Millionen Euro in der Konzernleitung einsparen. „Wir wollen den Fokus legen auf die Funktionen, die uns tatsächlich unterstützen, dass die Qualität der Eisenbahn in der Fläche besser wird“, sagte sie bei einem Neujahrsempfang des Unternehmens in Berlin. „Und von dem Rest, von allem anderen, werden wir uns verabschieden, weil wir uns das einfach nicht mehr leisten können.“ Man brauche deutliche Einsparungen in der Konzernleitung, betonte Palla, die seit Oktober des vergangenen Jahres an der Bahnspitze steht. „Was nehmen wir uns da vor? Tatsächlich eine Kostenreduktion von bis zu 500 Millionen pro Jahr allein in der Konzernleitung.“
Umfassende Umstrukturierung des DB-Konzerns
Bereits einige Wochen nach ihrem Amtsantritt hatte Palla eine umfassende Umstrukturierung des gesamten Konzerns angekündigt und insbesondere auf den Führungsebenen eine deutliche Reduzierung geplant. Von rund 3500 Stellen in der sogenannten Konzernleitung sollen demnach rund 30 Prozent abgebaut werden. Allein auf der Ebene unterhalb des Konzernvorstands hat Palla rund die Hälfte von 43 Führungsposten gestrichen. Weitere Maßnahmen sollen folgen.
Bahn will Fortschritte an zwei Kennzahlen messen
Als weiteren Schwerpunkt der Neuaufstellung bei der Bahn will die Chefin mehr Verantwortung in die Fläche verlagern. „Das heißt also, Maßnahmen für Qualitätssteigerungen in den Geschäften werden nicht mehr in der Konzernleitung getroffen, sondern in den Geschäften, direkt dort, wo wir nah am Kunden sind.“ Die Verantwortung für Stabilität und Qualität im Bahnbetrieb liegt damit künftig bei den regionalen Führungsebenen. Palla will die Fortschritte im Konzern zudem an zwei Kennzahlen messen: an der Pünktlichkeit und am operativen Ergebnis (Ebit). Im vergangenen Jahr lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr bei nur rund 60 Prozent. Das ist auch das Mindestziel, das die Bahnchefin für 2026 ausgerufen hat.