Während klassische Bunkerabsätze zuletzt unter Druck geraten sind, verzeichnen alternative Kraftstoffe im Hafen Rotterdam einen erneuten Zuwachs. Im ersten Quartal 2026 stieg der Absatz von (Bio‑)LNG und (Bio‑)Methanol um 6,4 Prozent. Auch biogemischte Kraftstoffe legten um 2,7 Prozent zu, was vor allem auf eine stärkere Nachfrage nach biogemischten Destillaten zurückzuführen ist.
Erstmals wurde zudem biogemischtes LNG in nennenswertem Umfang ausgeliefert. Die Liefermenge lag im ersten Quartal bei mehr als 15.000 Kubikmetern.
Regulierung und Preisunterschiede als Einflussfaktoren
Als mögliche Ursachen für die Entwicklung nennt die Port of Rotterdam Authority unter anderem die Einführung der RED III‑Vorgaben in den Niederlanden. Diese hätten zu höheren Kraftstoffpreisen im Vergleich zu benachbarten Märkten geführt. Auch regulatorische und politische Anpassungen könnten zu den veränderten Absatzstrukturen beigetragen haben.
Darüber hinaus dürften Preisvolatilität und Unsicherheiten bei der Preisentwicklung eine Rolle gespielt haben. Diese Faktoren könnten dazu geführt haben, dass Reeder in Rotterdam zurückhaltender bunkerten.
Auswirkungen geopolitischer Spannungen noch nicht sichtbar
Rotterdam als zentraler Energie- und Logistikknoten
Der Hafen von Rotterdam nimmt eine zentrale Rolle für Energieversorgung, Industrie und Handel in den Niederlanden und Europa ein. Dank seiner Lage, der leistungsfähigen Infrastruktur und der Anbindung an das Hinterland fungiert er als wichtiger Umschlagplatz für Energie, Rohstoffe und Güter.
Zu den Kernaufgaben der Port of Rotterdam Authority zählen unter anderem der nachhaltige Betrieb des Hafens, die sichere und effiziente Abwicklung der Schifffahrt sowie die Weiterentwicklung des Hafen‑ und Industriegebiets. Langfristiges Ziel ist die Transformation hin zu einem klimaneutralen Hafen.