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Umschlag von Bayernhafen leidet unter Schiffsraum-Mangel

07.03.2023 11:11 Uhr
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In Aschaffenburg werden unter anderem an Kai 1 und 2 die Kaimauern komplett modernisiert und der Kai um ein zweites Bahngleis erweitert. Laut Bayernhafen wird damit die Flächennutzung für die Kunden deutlich optimiert. Zusätzlich stärke Bayernhafen hier seine eigene trimodale Fläche deutlich, um künftig noch mehr Unternehmen außerhalb des Hafens direkt seine Dienstleistungen anzubieten.
© Foto: Bayernhafen

Der landeseigene Hafenbetreiber Bayernhafen hat 2022 an seinen sechs Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau neun Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, 1,8 Prozent weniger als 2021.

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Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, entfielen vom Gesamtumschlag auf die Schiene mit knapp 6,6 Millionen Tonnen gut zwei Drittel, was trotz infrastruktureller Probleme einem leichten Zuwachs von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Schiffs-güterumschlag ging um 12 Prozent auf 2,4 Millionen Tonnen zurück. Hierfür gebe es drei Ursachen:

  • Etwa 120.000 t Schiffsraum fehlten aktuell durch den Verkauf nach Osteuropa. Diese Schiffe transportierten dort vor allem Getreide aus der Ukraine.
  • Weitere Kapazitäten fehlten an Main und Donau von Aschaffenburg bis Passau durch die immensen Kohletransporte im Rheingebiet.
  • Zudem sei 2022 ein Jahr mit starken und langdauernden Niedrigwasserperioden gewesen.

„Trotz aller Herausforderungen erleben wir aber nicht nur bei unseren Kunden, sondern auch bei den Unternehmen in Bayern großes Interesse und die grundlegende Bereitschaft beim Transport noch mehr auf Schiff und Bahn umzusteigen“, sagte Bayernhafen-Geschäftsführer Joachim Zimmermann. „Damit Bayernhafen hier die erste Anlaufstelle bleibt, haben wir im letzten Jahr wieder rund 46 Millionen Euro an Investitionen in unsere Hafeninfrastruktur über mehrere Jahre angestoßen, und in diesem Jahr sind es weitere 28 Millionen.“ Zimmermann mahnte aber beschleunigte Genehmigungen für die Vorhaben an und vor allem einen Schutz der eigenen Infrastruktur an. „Von urbaner Wohnbebauung über kulturelle Umnutzung bis hin zum Bau eines ICE-Instandhaltungswerkes im Hafenbecken mit der damit verbundenen Verdrängung von Kunden und dem Verlust von Arbeitsplätzen stehen zahlreiche Themen auf unserer Agenda, gegen die wir uns deutlich aussprechen.“

Rekord im KV

Im Kombinierten Verkehr kann Bayernhafen nach eigenen Angaben einen historischen Rekord vermelden. Erstmals sei über alle Standorte die Marke von einer halben Million TEU geknackt worden, genau 512.036 TEU oder ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  Mit dem 2022 fertiggestellten trimodalen Terminal (Schiff, Bahn und Lkw) in Regensburg und die anstehende Erweiterung des Terminals in Nürnberg sei hier auch künftig Raum für weiteres Wachstum. In Regensburg stieg die Kapazität von 128.000 TEU um über 50 Prozent auf 200.000 TEU an. 26 Millionen Euro flossen hier in die Erweiterung des Terminals und einen neuen trimodalen Portalkran. Für das trimodale Terminal Nürnberg hat die öffentliche Ausschreibung für drei neue Containerkräne begonnen. Mit dieser Erweiterung wird das KV-Terminal um rund 21 Prozent auf eine Kranleistung von 411.000 TEU pro Jahr erweitert.

Zimmermann forderte, dass der seitens der Politik geäußerten Feststellung, die Binnenhäfen seien systemrelevant, nun auch deutliche Taten folgen müssten, vor allem seitens des Bundes. „Ohne die Logistikdrehscheibe Binnenhafen ist eine echte Verkehrswende nicht machbar. Dazu brauchen wir gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Verkehrsträger. Die bereits seit Jahrzehnten dauernde Vernachlässigung der Wasserstraßen muss beendet werden. Das Hangeln von Haushalt zu Haushalt mit immer reduzierteren Mitteln ist nicht mehr akzeptabel.“ (pm/roe)

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