Captrain: Neue Loks ermöglichen Güterverkehr ohne Lokwechsel

13.10.2026 13:43 Uhr | Lesezeit: 3 min
Captrain: Neue Loks ermöglichen Güterverkehr ohne Lokwechsel
Captrain stärkt grenzüberschreitenden Güterverkehr
©Foto: Henk Zwoferink

Captrain erweitert seine Flotte um zwei Mehrsystemlokomotiven. Sie ermöglichen grenzüberschreitende Gütertransporte ohne Lokwechsel und bedienen teils auch die letzte Meile.

Captrain Deutschland erweitert seine Kapazitäten im grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr. Zwei Mehrsystemlokomotiven des Typs Alstom Traxx Universal sollen Transporte zwischen Deutschland und Frankreich ohne Lokwechsel ermöglichen. Die Fahrzeuge werden von Railpool gemietet und bei Captrain Deutschland CargoWest eingesetzt.

Der Mietvertrag ist am 1. April 2026 in Kraft getreten. Mit den neuen Lokomotiven will Captrain internationale Bahntransporte effizienter abwickeln und den Aufwand an den Landesgrenzen reduzieren.

Mehrsystemloks vermeiden Lokwechsel an der Grenze

Mehrsystemlokomotiven können unter unterschiedlichen europäischen Strom- und Zugsicherungssystemen eingesetzt werden. Die neuen Fahrzeuge sind neben Deutschland und Frankreich auch für Verkehre nach Belgien, Luxemburg, Österreich und Polen ausgelegt.

Für die aktuell vorgesehenen Transporte liegt der Schwerpunkt auf Verbindungen zwischen Deutschland und Frankreich. Der Wegfall des Lokwechsels soll insbesondere auf längeren internationalen Relationen die Abläufe vereinfachen.

Railpool übernimmt während der Mietdauer auch Wartung und Instandhaltung der beiden Lokomotiven.

Last-Mile-Dieselmotor erschließt Gleisanschlüsse

Eine der beiden Lokomotiven verfügt zusätzlich über einen Last-Mile-Dieselmotor. Damit kann sie kurze nicht elektrifizierte Streckenabschnitte befahren und Gleisanschlüsse ohne zusätzliche Rangierlok bedienen.

Auf diese Weise lassen sich Transporte auf bestimmten Relationen vom Verlader bis zum Empfänger mit derselben Lokomotive durchführen. Zusätzliche Rangier- und Lokwechsel können dadurch entfallen.


Grenzüberschreitender Schienengüterverkehr wird flexibler

Gerade im internationalen Schienengüterverkehr können unterschiedliche technische Systeme und nicht elektrifizierte Streckenabschnitte zusätzliche betriebliche Schnittstellen verursachen. Mehrsystemlokomotiven sollen diese reduzieren und damit Transportzeiten und Betriebsabläufe verbessern.

Für Verlader kann dies insbesondere auf langen europäischen Transportkorridoren interessant sein, auf denen die Bahn mit dem Straßengüterverkehr konkurriert.



Captrain und Railpool setzen Zusammenarbeit fort

Mit der Anmietung der beiden Lokomotiven führen Captrain und Railpool ihre bestehende Zusammenarbeit fort. Für die Wartung kann Captrain auf das Werkstatt- und Servicenetz des Vermieters in den Einsatzländern zurückgreifen.

Captrain reagiert mit der Flottenerweiterung auf die Anforderungen internationaler Güterverkehre. Mehrsystemtechnik und die Möglichkeit, nicht elektrifizierte Anschlussgleise zu bedienen, sollen dazu beitragen, grenzüberschreitende Bahntransporte mit weniger betrieblichen Unterbrechungen abzuwickeln.

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