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Ukrainekrieg: Bisher über 200 Frachtschiffstransporte aus der Ukraine ausgelaufen

Entwicklung der Getreide-Exporte aus der Ukraine auf dem Seeweg.
© Foto: project44

Die Ukraine ist einer der weltweit wichtigsten Getreidelieferanten. Bis zur aktuellen neuen Eskalationsstufe konnten dank einer vorläufigen Einigung mit Russland etliche Transporte stattfinden. Das könnte sich laut Untersuchungen der Lieferketten-Experten von project44 im Oktober ändern.


Datum:
17.10.2022
Autor:
cbo/project44
Lesezeit: 
3 min
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Nach der im Sommer von der UNO und der Türkei vermittelten Einigung mit Russland, die die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine prinzipiell ermöglicht worden war, ist die Zahl der Frachtschiffe, die ukrainische Häfen verlassen, laut project44 spürbar gestiegen. Obwohl sie weit unter dem Vorkriegsniveau liegt, ist die Zahl der Schiffe seit Juli um 291 % gestiegen - von 58 auf 227. Jetzt könnte die weitere Eskalation des Krieges durch die russischen Aggressoren diesen Wachstumskurs im Oktober ausbremsen. 
Hintergrund: Als Element des sicheren Korridors für den Export ukrainischen Getreides nach Übersee wurde eine 10-Meilen-Pufferzone eingerichtet, in der Versicherer in London nun nach den erfolgreichen Reisen in diesem Monat bereit sind, Schiffe zu versichern, die in die Ukraine ein- und auslaufen. Trotz der Bereitschaft Rumäniens, der Ukraine einen zusätzlichen Zugang zur Donau anzubieten, hat sich vor der Küste Rumäniens aufgrund der begrenzten Kapazitäten in den Häfen und auf dem Fluss ein riesiger Stau verschiedener Schiffstypen gebildet. Es wird erwartet, dass die Schiffe die Mündungskanäle Sulina und Bystre passieren werden, um eine Reihe von Häfen und Terminals in Rumänien zu erreichen

Vor dem russischen Rückzug von der nahe gelegenen Schlangeninsel, der eine neue Route durch die Bystre-Mündung eröffnete, war der Sulina-Kanal die einzige Möglichkeit für Schiffe, in die Donau einzufahren, und Schiffe unterschiedlicher Größe mussten wochenlang auf die Passage durch den Einbahnkanal warten. Obwohl die Menge ausgeführten Getreides das Vorkriegsniveau noch sehr lange nicht erreichen wird, hoffen ukrainische Beamte, dass die neue Route für Getreideexporte es ihnen ermöglichen wird, in den kommenden Monaten zusätzliche 500.000 Tonnen  zu exportieren. Auch wenn der verbesserte Zugang der Donau ein positives Signal für die europäischen Märkte ist, fehlen Transportrouten Richtung Afrika und in den Nahen Osten. Schätzungen zufolge sind seit Beginn der Invasion am 24. Februar 22 Prozent des ukrainischen Ackerlandes unter russische Kontrolle geraten. Die Ukraine war einer der größten Getreideexporteure der Welt, und das Abkommen, das die UNO und die Türkei letzten Monat ausgehandelt haben, um Getreidelieferungen zu sichern, muss aufrechterhalten werden, um schwere Nahrungsmittelknappheit und sogar Hungersnöte auf der ganzen Welt zu verhindern.

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