Seefracht-Risiko: Zunahme von Piratenangriffen auf den Weltmeeren

16.01.2026 10:12 Uhr | Lesezeit: 1 min
Blick auf ein Containerschiff auf dem offenen Meer, Frontansicht
Die Sicherheitslage für Handelsschiffe auf dem offenen Meer hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessert. Das zeigt ein Bericht des Internationalen Schifffahrtsbüros zu Piratenangriffen (Symbolbild)
© Foto: Moofushi/stock.adobe.com

Containerschiffe hatten auch 2025 mit Gefahren durch Piratenangriffe zu kämpfen. Sie stiegen im Vergleich zu 2024 nochmals an. Mehr als jeder zweite Vorfall ereignete sich in einer einzigen Meerenge.

137 Angriffe und versuchte Angriffe zählte das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) mit Sitz in London laut einem Bericht im vergangenen Jahr. 2024 waren es noch 116 Fälle. Auch in den drei Jahren davor lag der Wert nicht höher. Das IMB unterhält eine Meldestelle in Malaysia. Es gehört zur Internationalen Handelskammer.

Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr setzen sich dabei wie folgt zusammen:

  • in 121 Fällen enterten die Piraten die Schiffe,
  • vier Schiffe entführten sie,
  • zwei wurden beschossen.
  • In zehn Fällen blieb es bei einem Angriffsversuch.

„Auch wenn viele Zwischenfälle als "geringfügig" eingestuft werden, bleibt die Lage für Seeleute ernst“, teilte der deutsche Ableger der Internationalen Handelskammer mit.

Straße von Singapur besonders gefährlich

Allein 80 der Vorfälle ereigneten sich laut dem Bericht in der vielbefahrenen Straße von Singapur. Diese liegt zwischen Singapur und Indonesien. Das entspricht einem Anteil von 58,4 Prozent.

Nach älteren Angaben des Schifffahrtsbüros entfällt auf die Meerenge etwa ein Drittel der weltweiten Handelsströme.

Deutsche Schiffe in acht Fällen betroffen

Laut der Statistik waren deutsche Schiffe in acht Fällen von Piraterie betroffen. Die meisten Schiffe der deutschen Handelsflotte sind allerdings unter ausländischer Flagge unterwegs. Denn im Normalfall ist das für sie günstiger.

Nähere Angaben finden sich im Bericht nur zu einem Vorfall im März: Die Besatzung des Containerschiffs „Callao Express“ bemerkte demnach nahe Ecuador zwei unbeleuchtete Boote, die sich dem Handelsschiff schnell näherten. Das Schiff alarmierte die Behörden. Es fuhr schneller und leitete Ausweichmanöver ein. Darauf brachen die Boote die Verfolgung ab.


Mehr zur Sicherheitslage der Containerschifffahrt



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