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Verband Deutscher Reeder: Neue Schiffsrouten sollen Kollisionen mit Pottwalen minimieren

Für bedrohte Walarten wie Blauwale und Pottwale enden Begegnungen mit Frachtschiffen oft tödlich
© Foto: A. Frantzis / Pelagos Cetacean Research Institute

Umweltschützer loben den Verband Deutscher Reeder (VDR). Als erster nationaler Verband hat dieser eine Empfehlung zu geänderten Schiffsrouten offiziell empfohlen. So sollen Kollisionen mit Walen unwahrscheinlicher werden. 


Datum:
01.07.2022
Autor:
cbo
Lesezeit: 
3 min
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Vorausgegangen war dem Beschluss des VDR ein Ersuchen einer Koalition von Umweltverbänden, die das Walsterben wissenschaftlich untersucht haben. Zur Koalition gehören der International Fund for Animal Welfare (IFAW), OceanCare und der WWF Griechenland. Unterstützung erhalten die NGOs vom Pelagos Cetacean Research Institute, das unlängst das Gebiet westlich und südlich des Peloponnes und südwestlich von Kreta als kritischen Lebensraum für die letzten 200 bis 300 Pottwale identifizierte. Nach Erkenntnissen der Umweltschützer sind Routenänderungen von Frachtschiffen dringend notwendig, um Zusammenstöße zu vermeiden, die für Wale in den meisten Fällen tödlich enden.
Im Indischen Ozean hält sich eine kleine Population von ebenfalls gefährdeten Blauwalen das ganze Jahr über in Küstennähe vor der Südspitze Sri Lankas auf. Aktuell lenkt das derzeitige offizielle Verkehrssystem Traffic Separation Scheme (TSS) den internationalen Schiffsverkehr jedoch direkt durch diesen wichtigen Lebensraum der Blauwale südlich von Sri Lanka. Dies birgt ein hohes Risiko für Wale. Zudem stellt der internationale Schiffsverkehr auf der momentanen Route eine große Gefahr für Walbeobachtungsboote und Fischereifahrzeuge dar.

Eindeutiges Echo der VDR-Mitglieder

„Sowohl in Griechenland als auch in Sri Lanka werden an der Küste tote Wale mit Propellerspuren und Schnitten gefunden. Die entdeckten Tiere sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Wissenschaftler schätzen, dass bis zu 20mal mehr Wale vor der Küste sterben und nie erfasst werden", erklärt die Verbändekoalition. „Wir befürchten, dass diese ohnehin schon kleinen Populationen ohne baldige Maßnahmen sehr bald aussterben werden. Daher freuen wir uns über die Empfehlung des VDR an seine Mitglieder und hoffen, dass die Unternehmen, die in diesen Hochrisikogebieten tätig sind, die vorgeschlagene Umfahrung sehr bald umsetzen werden. Wir fordern auch alle anderen Reedereien und Schifffahrtsverbände auf, dem Beispiel des VDR zu folgen“, so die Verbändekoalition weiter. 
Der VDR fordert seine Mitglieder nun auf, ihre Schiffe so umzuleiten, dass sie die kritischen Lebensräume der Wale meiden und so aktiv das Risiko von Schiffsunfällen für die Wale verringern. „Das Echo auf den Vorschlag der NGO’s innerhalb des Verbands ist eindeutig" sagte Dr. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des VDR. „Zum Schutz der Wale sind wir alle gern bereit, an neuralgischen Punkten einen kleinen Umweg zu fahren.“ „Im Mittelmeer und vor Sri Lanka gibt es Möglichkeiten, die Gebiete der Wale sicher und legal ohne Aufwand zu umfahren. Der Umweg beträgt nur wenige Seemeilen, das sollte Reedern ohne Probleme und größere Mehrkosten möglich sein“, ergänzt Christian Naegeli, nautisch-technischer Referent des VDR.

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