Drei Verkehrsträger, eine resiliente Lieferkette
Wie werden Lieferketten widerstandsfähiger? Die HGK Logistics and Intermodal GmbH (HGK LI) arbeitet mit Hochdruck daran: Im Hamburger Hafen entsteht bis Mitte 2028 ein neuer trimodaler Logistik-Hub.
Als langfristiger Ankermieter bündelt die HGK LI über ihre Tochter Pohl & Co. dort bestehende Aktivitäten und schafft Wachstumskapazitäten. Rund 27.000 Quadratmeter Hallenfläche, Gleis- sowie direkte Schiffsanbindung bilden die Basis für Warehousing, Containerhandling, Umschlag und Transporte. Ein Schwerpunkt bleibt die Papierlogistik; zugleich ist der Hub für weitere Güterströme offen. Die Erweiterung ist Teil einer strategischen Unternehmensentwicklung, bei der Infrastruktur, Logistik, IT und Services umfassend betrachtet werden. Für mehr Nachhaltigkeit, mehr Resilienz, mehr Versorgungssicherheit. Das wird das Serviceportfolio der gesamten HGK-Gruppe stärken können.
Herr Mackowiak, warum gewinnt Trimodalität gerade jetzt an Bedeutung?
"Resilienz entsteht, wenn wir echte Alternativen haben"
Der Niedrigwassersommer 2026 zeigt, dass Lieferketten nicht von einem einzigen Verkehrsträger abhängig sein dürfen. Wenn die Transportkapazitäten auf der Wasserstraße sinken, schafft Trimodalität Flexibilität. Wir können Wasserstraße, Schiene und Straße intelligent miteinander kombinieren und je nach Situation die passende Lösung einsetzen. Das erhöht nicht nur die Effizienz, sondern vor allem die Resilienz von Lieferketten.
Was macht den neuen Standort in der Hamburger Seehafenstraße aus Ihrer Sicht zu einem Best-Practice-Projekt?
Entscheidend ist die Verbindung von Infrastruktur und Logistikleistung. Wir schaffen einen zukunftssicheren Logistik-Hub mit direkten Transportanbindungen und allen Services rund um das Containerhandling. Dadurch können wir komplette Supply Chains abbilden und Lösungen individuell auf die Anforderungen unserer Kunden zuschneiden. Genau darin liegt für mich die Stärke des Standorts.
Der Hamburger Standort ist Teil des Transformationsprojektes „Holistic Intermodal“. Was bedeutet dieser Ansatz konkret?
Holistic Intermodal bedeutet für uns, Hinterlandlogistik ganzheitlich zu betrachten. Wir denken nicht zuerst in einzelnen Verkehrsträgern, sondern ausgehend von der Supply Chain des Kunden. Wo können wir Verkehre bündeln, bei Störungen flexibel reagieren? Was ist wirtschaftlich und nachhaltig? Dazu gehört auch die Infrastruktur selbst, hier sind unter anderem Photovoltaik, Wärmepumpen, energieeffiziente Beleuchtung und Smart Metering vorgesehen; für das Projekt wird eine DGNB-Zertifizierung in Gold angestrebt. Nachhaltigkeit betrifft damit sowohl den Transport als auch den Logistikstandort.